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Leicester , Vereinigtes Königreich

Alltägliche Polizeiarbeit für mehr Gleichheit

Stabsstelle zur Förderung von Vielfalt der Polizei von Leicestershire

September 24, 2012

Gleichheit und Vielfalt in die alltägliche Polizeiarbeit integrieren

1993 wurde Stephen Lawrence – ein junger, schwarzer britischer Teenager – bei einer rassistischen Attacke in London brutal ermordet. Der 1999 veröffentlichte Macpherson-Bericht über die Untersuchung seines Todes ergab, dass die Polizei institutionell rassistisch war, und enthielt scharfe Kritik an der die Polizei wegen ihres Vorgehens in dem Fall. Die Kommunalbehörden überall im Land konnten sich der Herausforderung nicht länger entziehen und mussten sich damit auseinandersetzen, wie Grundsätze von Gleichheit und Vielfalt in die kommunale Polizeiarbeit eingebracht werden konnten.

Die Stabsstelle zur Förderung von Vielfalt in Leicestershire

Die Stabsstelle zur Förderung von Vielfalt der Polizei von Leicestershire (Leicestershire Constabulary Diversity Unit) wurde eingerichtet, um existierende Programme zu koordinieren und alle Aspekte von Vielfalt bei der Polizei aktiv zu fördern. Dies wurde als Strategie verstanden, durch Bekämpfung von Verbrechen und asozialem Verhalten den kommunalen Zusammenhalt zu verbessern und Minderheiten besser zu schützen.

Heutzutage wird die Polizei in Leicestershire weithin als führend auf dem Gebiet der kulturellen Vielfalt und guter Beziehungen zur kommunalen Gemeinschaft wahrgenommen. Sie gilt im Hinblick auf die Einstellung von Polizeibeamten und personal, bei der sich die vielfältige ethnische Zusammensetzung von Leicester, Leicestershire und Rutland widerspiegelt, ebenfalls als vorbildhaft. Etwa 40 Prozent der Bevölkerung von Leicester sind Angehörige ethnische Minderheiten, und es wird prognostiziert, dass Leicester in den nächsten zehn Jahren die erste pluralistische Stadt in Großbritannien wird, in der keine ethnische Gruppe eine Mehrheit bildet.

Die Stabsstelle zur Förderung von Vielfalt der Polizei von Leicestershire hat zum Ziel, dem gesamten Personal einen chancengerechten Arbeitsplatz für sämtliches Personal zu bieten, und ist verantwortlich für die zentrale Koordination der Maßnahmen für Gleichheit und Chancengerechtigkeit. Die Stabstelle ist dafür zuständig, spezielle Beratung und Orientierung zu allen Fragen der Vielfalt und Antidiskriminierung zu bieten, beispielsweise in Bezug auf Alter, Behinderungen, Geschlecht, Rasse, Religion oder Glauben und sexuelle Orientierung. Sie überwacht auch die Strategie der Polizei für Chancengleichheit und sammelt und veröffentlicht umfassende Daten zur Beschäftigungssituation insgesamt. Dadurch soll die öffentliche Rechenschaftslegung verbessert werden, und die Wirkungen der neuen politischen Maßnahmen können effizienter analysiert werden.

Ein Hauptschwerpunkt der Stabsstelle ist, bei Angehörigen von Minderheiten mehr Bewusstsein über die Beschäftigungsmöglichkeiten bei der Polizei zu schaffen. Rekrutierungsveranstaltungen werden in Bürgerzentren und Moscheen organisiert, oder die Polizei selbst bietet Veranstaltungen an, beispielsweise die Khidmah-Sportveranstaltung oder Fußball- und Kricketspiele, die von lokalen Gruppen durchgeführt werden. Polizeibeamte werden dazu ermutigt, Festivals und Veranstaltungen auf lokaler Ebene zu besuchen und sich in den lokalen Medien und kommunalen Rundfunksendern zu äußern. Dies alles ist Teil einer Strategie, die dazu dient, um Anerkennung und Vertrauen zu werben und dazu beizutragen, dass die Bevölkerung positiv auf Kampagnen reagiert, die darauf abzielen, mehr Vielfalt in die Polizei zu bringen.

Botschafter für Vielfalt

Die Stabsstelle hat ein Programm für Förderer von Gleichheit (Equality Supporters Scheme) eingeführt, bei dem einzelne Polizeibeamte im Hinblick auf Gleichstellungsrechte geschult und als „Botschafter“ für Vielfalt in der Polizeitruppe eingesetzt werden. Es gibt Equality Supporters in allen Abteilungen und auf mehreren Ebenen. Sie bieten Kollegen, die sich falsch behandelt oder schikaniert fühlen, Unterstützung an.

Eine weitere Strategie, die sich als sehr effektiv erwiesen hat, ist der Notfall-Dolmetscherdienst. Die Polizei in Leicestershire hat einen Vertrag mit einer Organisation vor Ort, die Dolmetscher für nicht Englisch sprechende Personen bereitstellt, wenn diese mit dem Rechtssystem zu tun haben. Dieser Service gewährleistet, dass jeder seine Rechte kennt und versteht und gleich behandelt wird, unabhängig vom kulturellen Hintergrund und von den sprachlichen Erfordernissen.

Die Polizei in Leicestershire will der kulturellen Vielfalt gerecht werden und nimmt sie daher in ihre Organisationsstrukturen, Entscheidungsprozesse und in die Art und Weise der Kommunikation und der inneren Führung mit auf. Dadurch wird sie zu einer Polizeitruppe, die die Interessen der vielfältigen Kulturen und Gemeinschaften, innerhalb derer sie arbeitet, besser widerspiegelt und vertritt.

Damit das auch bei Ihnen funktioniert:

  • Das Sammeln von Daten und ein umfassendes Monitoring sind sehr wichtig, um die ethnische Zusammensetzung Ihrer Organisation zu verstehen und die Einstellungspraktiken zu verbessern
  • Durch die Bereitstellung vertrauenswürdiger Dolmetscher wird gewährleistet, dass nicht die jeweilige Landessprache sprechende Personen innerhalb des Rechtssystems fair behandelt und effizient weitergeleitet werden.
  • Wenn einzelne Polizeibeamte zu „Förderern“ von Vielfalt ausgebildet werden, wird die Gleichstellungsstrategie zu einem Teil des Alltagslebens und bleibt nicht nur eine bürokratische politische Maßnahme.

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