Leben

Fremont , Vereinigte Staaten

Unterstützung für Senioren durch ehrenamtliche Gemeinschaftsmitglieder

Stadtverwaltung von Fremont, Amt für soziale Dienstleistungen

June 28, 2012

Kontakt zu Senioren in ihren eigenen Kultur- und Glaubensgemeinschaften aufnehmen

Photo credit: CAPS Staff

Fünfmal in der Woche treffen sich Senioren im indischen Gemeinschaftszentrum in Fremont in Kalifornien, um Yoga zu machen, zu Mittag zu essen oder an einem Gesprächskreis über Themen des Tages teilzunehmen. Für diese Mitglieder der Gemeinschaft, von denen viele Zuwanderer sind, ist das Gemeinschaftszentrum ein Ausweg aus der Isolation, von der Senioren jeglicher kultureller und religiöser Herkunft betroffen sein können.

Das Zentrum ist auch die erste Anlaufstelle für Senioren, für die der Zugang zu wichtigen sozialen Dienstleistungen oft ein Problem ist. Die Stadtverwaltung erkannte darin eine einzigartige Gelegenheit für Kultur- und Glaubensgemeinschaften, mit anderen Anwohnern in Kontakt zu treten. Sie ging daher förmliche Partnerschaften mit Gemeinschaftsorganisationen wie dem indischen Gemeinschaftszentrum ein und richtete mit diesen das Community Ambassadors Program for Seniors (CAPS) ein.

Das CAPS ist eine einzigartige Partnerschaft zwischen dem Amt für soziale Dienstleistungen der Stadtverwaltung von Fremont und zehn lokalen Kultur- und Glaubensgemeinschaften zur Verbesserung der Kontakte zwischen Einheimischen und Bürgern mit Migrationshintergrund. Über das CAPS werden Zuwanderer durch ein auf persönlichen Stärken basierendes Modell integriert, an dem die ganze Bevölkerung beteiligt ist und das die Senioren in ihrer eigenen Sprache und im Rahmen ihrer eigenen kulturellen Werte unterstützt. Die Integration durch das CAPS findet dort statt, wo die Senioren leben, beten und sich treffen. Die „Botschafter“ des CAPS-Programms fungieren als Brücken zwischen dem formellen Netzwerk sozialer Dienstleistungen und ihren jeweiligen Glaubens- und Kulturgemeinschaften.

Stark sein in der Gemeinschaft

Wie viele Städte in Amerika hat Fremont eine alternde, sich durch immer mehr Vielfalt auszeichnende Bevölkerung. Fast die Hälfte der 214.000 Einwohner ist ausländischer Herkunft, und ein Drittel davon sind Senioren. In Fremont lebt auch die größte Gruppe afghanischer Flüchtlinge des Landes.

2004 führte das Amt für soziale Dienstleistungen von Fremont eine Reihe von Gruppendiskussionen in neun Sprachen durch, um herauszufinden, wie die Senioren in den Zuwanderergemeinschaften der Stadt am besten erreicht werden konnten. Fast ein Drittel von ihnen lebte unterhalb oder nahe der Armutsgrenze. Aus diesen Gesprächskreisen entstand eine unglaublich wertvolle Ressource: ein neuer Pool von Ehrenamtlichen. Viele Anwohner boten sich als „Botschafter“ in ihren jeweiligen Gemeinschaften an. Sie ergriffen die Gelegenheit, sich nützlich zu machen und ihre früheren Berufserfahrungen vor Ort oder im Ausland einzubringen.

Das CAPS wurde 2007 ins Leben gerufen und bietet eine umfassende Ausbildung für ehrenamtliche „Botschafter“ an, die in Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung von Fremont, der San Jose State University und dem Stanford Geriatric Education Centre entwickelt wurde. In dem Kurs werden unter anderem Themen wie aktives Zuhören, Informationen zum Wohnungsmarkt, Rechtsbeistand und finanzielle Unterstützung sowie Gesundheitsfragen behandelt.

CAPS-Botschafter unterstützen Senioren bei der Inanspruchnahme wichtiger Dienstleistungen mithilfe von Personen, die sie kennen und denen sie vertrauen, in ihren eigenen Gemeinschaften und Sprachen und entsprechend ihren eigenen kulturellen Normen. Das Amt für soziale Dienstleistungen stellt auch sicher, dass die Programme der Stadtverwaltung an die Bedürfnisse der vielfältigen Gemeinschaften angepasst werden, für die sie durchgeführt werden. Das Amt für soziale Sicherheit hat jetzt beispielsweise einen Mitarbeiter, der Punjabi spricht und die große Bevölkerungsgruppe der Sikhs in Fremont betreut.

Seit 2007 haben 138 ehrenamtliche Botschafter aus jeder der verschiedenen  Gemeinschaften in Fremont ein 40-stündiges Ausbildungsprogramm absolviert, das ihnen dabei helfen soll, Senioren und ihren Familien Informationen und Beratungsdienste anzubieten. Die Botschafter treffen sich auch zweimal im Monat mit Mitarbeitern des Amtes für Dienstleistungen für Ältere und Familien der Stadtverwaltung, um über schwierige Fälle zu beraten, sich über gute Praxis auszutauschen und noch besser ausgebildet zu werden.

Erfolg

CAPS-Botschafter haben Kontakt zu mehr als 1.500 Personen aufgenommen und mehr als 700 Senioren geholfen, individuelle Unterstützung beim Zugang zu Dienstleistungen zu erhalten. Dadurch wuchs unter anderem das Vertrauen zwischen den Botschaftern und den Mitarbeitern der Stadtverwaltung, zwischen Sprechern ethnischer Gruppen und lokalen Dienstleistern sowie zwischen Botschaftern aus sehr verschiedenen Kulturen und mit unterschiedlichem religiösem Hintergrund. 2010 wurde das Amt für soziale Dienstleistungen der Stadtverwaltung von Fremont von der American Society on Aging dafür mit dem Network of Multicultural Aging Award ausgezeichnet.

Damit das auch bei Ihnen funktioniert:

  • Beteiligen Sie alle Interessenvertreter an der Ermittlung des Bedarfs in der Kommune, beispielsweise Persönlichkeiten aus der Wirtschaft, Erzieher, Politiker und die einzelnen Gemeinschaften vor Ort.
  • Rechnen Sie im Laufe Ihrer Untersuchungen und Beratungen auch mit unerwarteten Ergebnissen wie den ehrenamtlichen Botschaftern von Fremont.
  • Nutzen Sie schon existierende Netzwerke und Dienste und gehen Sie Partnerschaften mit Organisationen ein, die bereits mit den Senioren in ihren Gemeinschaften arbeiten.
  • Sorgen Sie für ein ständiges Monitoring der Programme, indem Sie regelmäßige Treffen mit Vertretern der verschiedenen Partnerorganisationen veranstalten.

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Kontakt:

Asha Chandra, City of Fremont
3300 Capitol Avenue PO Box 5006
Fremont, California, United States,
94537
achandra@fremont.gov
http://capseniors.org



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