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Aachen , Deutschland

Das Business-Network-Aachen stützt sich auf Migrantennetzwerke

Stadt Aachen, Fachbereich Wirtschaftsförderung / Europäische Angelegenheiten

September 21, 2012

Zusammenarbeit mit Migrantennetzwerken, um wirtschaftliche Möglichkeiten auf internationaler Ebene zu erschließen

Wie kann eine Stadt neue wirtschaftliche Möglichkeiten erschließen und in einer globalisierten Wirtschaft wettbewerbsfähig bleiben? Die Stadt Aachen in Nordrhein-Westfalen vertraut bei der Beantwortung dieser Frage auf ihre Unternehmer, insbesondere auf Unternehmen in wissensintensiven Branchen, die von Zuwanderern geführt werden. Diese Unternehmen können eine vorteilhafte Rolle spielen, wenn es darum geht, die Stadt bei Netzwerken in den Herkunftsländern ihrer Führungskräfte ins Gespräch zu bringen.

Aachen benutzt den Slogan „Europa ist hier“, um damit seine Lage in Deutschland an der Grenze zu Belgien und den Niederlanden (bekannt als die Euregio Maas-Rhein) hervorzuheben. Früher war Aachen ein Produktionszentrum, heute liegt die wirtschaftliche Stärke der Stadt im Hochtechnologiesektor und in ihrem internationalen Status als universitäres Forschungszentrum. In einer Stadt mit etwa 260.000 Bürgern aus mehr als 150 Nationen ist einer von sechs Einwohnern Student, und viele haben Verbindungen ins Ausland.

Es überrascht nicht, dass eine Stadt, die helle, junge Köpfe anziehen und an sich binden kann, auch Sitz einer stetig wachsenden Zahl internationaler Unternehmen ist. Eines von zwölf Unternehmen in Aachen ist in ausländischer Hand. Die Stadt verzeichnet also auch einen bedeutenden Anstieg bei der Zahl der „transnationalen Unternehmer“. Die Stadt wollte bereits bestehende Netzwerke nutzen, in denen zugewanderte Unternehmer Zugang zu einem oder mehreren Netzwerken haben – in Aachen und in ihrem Geburtsland beziehungsweise ihrem Geburtsort.

Das Netzwerk

2010 begann die Stadt mit der Planung des Business-Network-Aachen, das auf innovative, wachstumsorientierte und international agierende Unternehmen ausgerichtet werden sollte. Das Ziel war, die regionale wirtschaftliche Expansion mit der Integration von Migranten in der Stadt zu verbinden. Es wurde ein von den Mitgliedern gesteuertes Netzwerk von Unternehmern, Führungskräften und Leitern von Wirtschaftsverbänden, öffentlichen Institutionen und industriebezogenen Organisationen gegründet. Dieses Netzwerk sollte für mehr Geschäftsmöglichkeiten sorgen und gleichzeitig die öffentliche Wahrnehmung über Migranten und ihren Beitrag für die Stadt verändern. Das Projekt wurde von der Stadt und über einen Zuschuss des Bundeslandes mit Schwerpunkt auf innovativer Integrationsarbeit der Kommunen finanziert.

Das Business-Network-Aachen wurde im April 2011 offiziell gegründet und organisiert regelmäßig Netzwerkveranstaltungen und Workshops, auf denen Strategien, Pläne und Ziele diskutiert werden, um vorhandene und neue Kontakte zur Entwicklung von Geschäftsmöglichkeiten und –perspektiven zu fördern. Da der Schwerpunkt auf sozialer Eingliederung liegt, müssen nicht alle Mitglieder einen Migrationshintergrund haben. Sie müssen einfach nur daran interessiert sein, Aachen als internationalen Unternehmensstandort zu stärken. Um den Erfolg zu gewährleisten, sind auch andere bedeutende Institutionen involviert, wie beispielsweise die Industrie- und Handelskammer (IHK) Aachen und die Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule (RWTH) Aachen.

Erfolg

„Für Aachen ist die Globalisierung eine große Chance. Wir sind eine internationale Stadt“, sagte Bürgermeister Marcel Philipp bei der Gründung des Netzwerks im März 2011.

Das Business-Network-Aachen hat schon einige wichtige Ziele erreicht. Unter den Slogans „Globale Brücken nutzen. Gemeinsam“ und „International networking par excellence made in Aachen“ sind in der Organisation 37 Länder mit 35 verschiedenen Industriezweigen vertreten, und die Organisation wird als gut vernetzte Gemeinschaft von „international agierenden“ und interessierten Unternehmen wahrgenommen. Es fanden erfolgreiche Wirtschaftsdelegationsreisen in die Türkei und als Folgemaßnahme ein Deutsch-Türkischer Wirtschaftstag in Aachen statt. Dadurch wurde Unternehmern aller Art die Gelegenheit geboten, über rein deutsche Netzwerke hinaus weitere Geschäftskontakte zu knüpfen, ihre Fähigkeiten, finanziellen Mittel und ihre Vielfalt wirksam einzusetzen sowie ihr Potenzial auf nationalen und internationalen Märkten auszuloten.

Aufgrund des Erfolgs im ersten Jahr seiner Existenz plant das Netzwerk, sich als Verein registrieren zu lassen. Dazu ein Kommentar von Frank Malis, Geschäftsführer der Abteilung Außenwirtschaft und Verkehr der IHK Aachen: „Die vielzitierte ‚Globalisierung der Wirtschaft‘ findet direkt vor unserer Haustür statt.“

Damit das auch bei Ihnen funktioniert:

  • Suchen Sie in Ihrer Zielgruppe nach versteckten, noch nicht genutzten Aktivposten, die sie für Ihre Geschäftsziele einspannen können.
  • Um ein effektives Netzwerk aufzubauen, ist es erforderlich, den Mitgliedern etwas zu bieten und gemeinsame Ziele zu entwickeln.
  • Veranstaltungen des Netzwerks bieten den Mitgliedern Gelegenheit, Kontakte zu knüpfen, etwas zu lernen und ihre Geschäftsaktivitäten auszuweiten.
  • Die Botschaft muss so formuliert sein, dass niemand ausgegrenzt wird, damit sich alle Geschäftsleute und Unternehmer willkommen fühlen.

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Kontakt:

Winfried Kranz, Stadt Aachen, Fachbereich Wirtschaftsförderung / Europäische Angelegenheiten
Aureliusstr. 2 52064
D-52064 Aachen , Germany,
Winfried.Kranz@mail.aachen.de
http://www.business-network-aachen.de/



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