Arbeiten

Bremen, Deutschland

Du bist der Schlüssel: Arbeitsplätze für Jugendliche zum Wohl der Stadt

Freie Hansestadt Bremen

September 24, 2012

Eine Anwerbekampagne für den öffentlichen Dienst zielt auf Jugendliche und Vielfalt und soll helfen, den zukünftigen Erfolg der Stadt zu sichern

Yasemin ging zur Feuerwehr. Angelo macht ein Praktikum in der Verwaltung. Katja ist eine Polizeianwärterin auf Streifenfahrt mit einem älteren Beamten. Kurze Videos mit Yasemin, Angelo und Katja sind Teil der Kampagne des Aus- und Bremen, You are the KeyFortbildungszentrums der Freien Hansestadt Bremen zur Anwerbung junger Schulabgänger auf einen Ausbildungsplatz im öffentlichen Dienst.

In den heutigen multikulturellen Kommunen ist sich durch Vielfalt auszeichnendes Personal eine wichtige Voraussetzung für einen wirksamen und für die Bedürfnisse der Bürger aufgeschlossenen öffentlichen Dienst. Als die Verantwortlichen in Bremen untersuchten, warum sich so wenige junge Menschen mit Migrationshintergrund auf einen der vielen Ausbildungsplätze bei der Stadt bewarben, erfuhren sie, dass Stellen im öffentlichen Dienst von ihnen selten ins Auge gefasst wurden. Von den Mitgliedern dieser demografischen Gruppe hatte kaum jemand Familienangehörige, Freunde oder Kontakte im öffentlichen Dienst, und sie hatten es für ihre spätere berufliche Laufbahn einfach nicht in Betracht gezogen, bei der Freien Hansestadt zu arbeiten.

2009 startete das Aus- und Fortbildungszentrum der Stadt unter dem Slogan „Du bist der Schlüssel … für deine Zukunft und deine Stadt“ eine Kampagne mit dem Ziel, mehr junge Menschen für den öffentlichen Dienst zu interessieren. Die Kampagne nutzte Geschichten, Videos und Erfahrungsberichte, um Ausbildungsgänge vorzustellen. Dabei stützte sie sich auf erfolgreiche frühere Bewerber mit Migrationshintergrund als Rollenmodelle, die junge Menschen anregen konnten, bei der Freien Hansestadt einen Ausbildungsplatz anzustreben. Sie bot über das Internet auch klare zugängliche Informationen über Abschlüsse, Bildungsanforderungen, Art und Dauer der gebotenen Ausbildung sowie die zukünftige Vergütung.

Du bist der Schlüssel: eine inklusive Kampagne

Bremen liegt in Nordwestdeutschland und ist mit 500.000 Einwohnern die zehntgrößte Stadt des Landes. Etwa 25 Prozent der Bevölkerung der Region haben einen Migrationshintergrund; die wichtigsten drei Herkunftsländer sind die Türkei, Polen und die Russische Föderation.

Um dieses bislang kaum genutzte Personalpotenzial anzuzapfen, startete das Aus- und Fortbildungszentrum der Freien Hansestadt die Kampagne „Du bist der Schlüssel“. Zielgruppe der Kampagne, für deren Titel man sich auf den Schlüssel im Bremer Stadtwappen bezog, sind Jugendliche aus Minderheiten als Schlüssel zur Zukunft der Stadt, denen vermittelt werden soll, dass die Beschäftigung im öffentlichen Dienst attraktive Berufsaussichten bietet. Wie ähnliche Programme in Hamburg stellt Bremen Auszubildende für ein breites Spektrum von Tätigkeiten ein, unter anderem bei der Polizei, der Feuerwehr, im Justizvollzug, in der Finanzverwaltung und in der allgemeinen Verwaltung.

Die Kampagnenbotschaften wurden sorgfältig formuliert, um der Schwierigkeit zu Rechnung zu tragen, einerseits in erster Linie Angehörige der Zielgruppen (unterrepräsentierte Minderheiten) ansprechen und andererseits die Verpflichtung der Verwaltung zu Chancengleichheit einhalten zu wollen. Die Freie Hansestadt Bremen, die mehr als 25.000 Personen beschäftigt, hatte zuvor versucht, Beschäftigungsmöglichkeiten mit Hilfe einer dienststellenübergreifenden Integrationsstrategie zu eröffnen (2005 von der Bertelsmann Stiftung als besonders empfehlenswertes Beispiel für gute Praxis erwogen). Das neue Programm zielte jedoch auf einen stärker inklusiven Ansatz, weil Jugendlichen aus Minderheiten das Gefühl vermittelt werden sollte, „gleich unter Gleichen“ zu sein.

Gleich unter Gleichen

Die Kampagne “Du bist der Schlüssel” nutzt einen mehrgleisigen Ansatz, um ihr Zielpublikum zu erreichen. Dazu zählen eine Werbekampagne mit Hilfe von Printmedien, Ausbildungsbörsen, ein neuer zentraler Web-Auftritt zur Vorstellung von Ausbildungsberufen und zur Information über das Ausbildungsplatzangebot sowie Werbung bei Migrantenorganisationen und in Schulmensen. Es gibt sogar Twitter- und Facebook-Accounts.

Weil die Rolle der Familie bei der Berufswahl der Kinder anerkannt wird, wendet sich die Kampagne sowohl an junge Menschen als auch an ihre Familien. Um die Unterstützung der Eltern zu gewinnen, wurden die russische und die türkische Version der deutschsprachigen Broschüre über Berufs- und Ausbildungsmöglichkeiten diesbezüglich optimiert.

Erfolg

„Wir wollen den Anteil von Migrantinnen und Migranten im öffentlichen Dienst erhöhen“, sagte Bürgermeisterin Karoline Linnert. „Wir brauchen ihre interkulturelle Kompetenz. Die Verwaltung soll genauso bunt wie unsere Gesellschaft sein.“

2009 hatten 19,6 Prozent der Bewerber einen Migrationshintergrund. Aufgrund der Kampagne mit ihren Beispielen erfolgreicher junger Auszubildender bei der Freien Hansestadt in Verbindung mit der Würdigung der Leistungen zweisprachiger Kandidaten stieg dieser Anteil 2010 auf 25 Prozent. Die Gestaltung der Kampagne wurde auch von den Mitarbeitern des öffentlichen Dienstes der Freien Hansestadt gut aufgenommen, und viele waren überzeugt, sie habe das Ansehen der Kommune als Arbeitgeber verbessert.

Damit das auch bei Ihnen funktioniert:

  • Junge Menschen brauchen Rollenmodelle, die sie anerkennen können, die sie anregen und ihnen Orientierung im Hinblick auf ihre Zukunft geben.
  • Vernachlässigen Sie bei Ihren Bemühungen zur Deckung des Personalbedarfs Ihrer Organisation nicht das bislang vielleicht ungenutzte Potenzial in der Bevölkerung vor Ort. Einfache Lösungen können einen entstehenden Mangel an Vielfalt beseitigen.
  • Tragen Sie bei der Anwerbung von Jugendlichen für Arbeits- oder Ausbildungsplätze Sorge, dass Ihre Werbemaßnahmen Informationen für die Eltern umfassen. Eltern haben oft großen Einfluss auf die Berufswahl ihrer Kinder.

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Kontakt:

Jochen Kriesten, Freie Hansestadt Bremen, Aus- und Fortbildungszentrum für den öffentlichen Dienst
Doventorscontrescarpe 172 B
28195 Bremen Deutschland

Jochen.Kriesten@AFZ.bremen.de
http://www.ausbildung.bremen.de

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