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Bremen, Deutschland

Familien-Mentoring für Migranten: memi

Mentoren für Migranten (memi-Projekt)

May 27, 2011

Erfolgreiche Integration bedeutet, dass Alteingesessene und Neuankömmlinge sich in einer sich verändernden Stadt heimisch fühlen

Die Realität der Migration kann belastend sein, und zwar sowohl für Zuwanderer als auch für die Aufnahmegemeinschaften. Alteingesessene Bewohner einer Stadt können sich verdrängt oder bedroht fühlen und den Neuankömmlingen misstrauisch gegenüberstehen. Wenn solchen Gefühlen nicht Rechnung getragen wird, können sie Ursachen sozialer und kultureller Spannungen werden.

Wirklich erfolgreiche Integration umfasst Vorgehensweisen, die es beiden Gruppen ermöglichen, sich anzupassen und eine echte Beziehung zueinander zu entwickeln. Der Wert dieses Beziehungsaufbaus steht im Kern des bremischen Integrationsprogramms „Mentoren für Migranten” (memi).

Deutsche Familien übernehmen für ein Jahr freiwillig eine Art Patenschaft für Migrantenfamilien als Mentoren, um Letzteren zu helfen, einen guten Start in ihr neues Leben zu haben und sich daran anzupassen. Im Verlauf der Patenschaft können beide Familien voneinander lernen und eine Beziehung zueinander aufbauen.

Das memi-Programm wurde von Diana Altun ins Leben gerufen, der 26-jährigen Enkelin eines türkischen Migranten, der nach Deutschland kam, um in einem Stahlwerk vor Ort zu arbeiten. Das Programm beruht auf dem Gedanken, dass echte soziale Integration auf gegenseitiger Anerkennung und der Toleranz zwischen unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen gründet.

„Die meisten [Migranten-] Familien wollen keine Hilfe bei konkreten Dingen [beispielsweise Behördengängen oder Ausfüllen von Formularen]. Für sie geht es darum, jemanden aus ihrem neuen Kulturkreis kennen zu lernen. Idealerweise entsteht daraus eine Freundschaft zwischen zwei Familien. Wenn sie nach einem Jahr einfach auseinandergehen, hat unser Programm sein Ziel nicht erreicht.”

Das Mentoring-Projekt ist derzeit das einzige seiner Art in Deutschland, wenngleich viele andere Städte und Bundesländer sich dafür interessiert haben. Das Programm verzeichnete mehr als 130 Teilnehmer aus vielen unterschiedlichen Herkunftsländern und resultierte in engen langfristigen Beziehungen zwischen zwei Generationen – sowohl den Eltern als auch den Kindern. Diana Altuns unkonventionelle Idee hat sich zu einem erfolgreichen Projekt entwickelt und wird mittlerweile vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) gefördert.

Ausgewählte Bibliotheksressourcen zu dieser guten Integrationsidee finden Sie im Kasten auf der rechten Seite.

Damit das auch bei Ihnen funktioniert:

  • Erfolgreiche Integrationsinitiativen tragen auch den Bedürfnissen und Befürchtungen der Aufnahmegemeinschaft Rechnung.
  • Die Stärke des memi-Programms ist, dass es seinen Erfolg daran bemisst, ob die Familien tatsächlich Langzeitbeziehungen zueinander aufbauen.

Maytree