Arbeiten

Auckland, Neuseeland

Von Alpha bis OMEGA: den Arbeitsplatz neu erfinden: OMEGA (Opportunities for Migrant Employment In Greater Auckland)

March 24, 2011

Ein erfolgreiches Modell zur Integration der Erwerbsbevölkerung zu übernehmen, spart Zeit und Geld

New Zealand City View

Es ist eine frustrierende Erfahrung, die viele gerade in einem fremden Land eingetroffene Migranten machen: Sie kennen das Land nicht und erhalten deshalb keine Stelle, und solange sie keine Stelle haben, lernen sie das Land nicht besser kennen. Auch in Neuseeland ist das Ergebnis, dass viele qualifizierte Neuankömmlinge keine Erwerbstätigkeit finden, die ihrem Bildungsstand und ihrem beruflichen Hintergrund entspricht.

Im Juni 2007 besuchte das Committee for Auckland, eine Förderallianz von Führungskräften in der Stadt, eine Veranstaltung des Toronto Regional Immigrant Employment Council (TRIEC), einer 2003 gegründeten kanadischen Organisation zur Integration von Migranten in den Arbeitsmarkt entsprechend ihrer Qualifikation. TRIEC genießt internationale Anerkennung für seine Bemühungen, hoch qualifizierten Migranten zu helfen, die kulturelle Kompetenz und den Grad der Vernetzung zu erwerben, die sie benötigen, um sich in der Erwerbsbevölkerung ihres Aufnahmelandes durchsetzen zu können. Das berufsspezifische Mentorenprogramm erzielte besonders beeindruckende Ergebnisse: Mehr als 85 Prozent der Teilnehmer erhielten nach ihren Praktika Vollzeitstellen in ihren Tätigkeitsgebieten und erzielten beeindruckende Einkommenssteigerungen (von 67 Prozent nach Absolvieren des Programms).

Der Besuch in Toronto bewog die Gruppe Future Auckland Leaders des Committee for Auckland, das TRIEC-Modell an die neuseeländischen Verhältnisse anzupassen und in einem Pilotprojekt ein eigenes Mentorenprogramm unter der Bezeichnung „Skills for Auckland“ durchzuführen. Auf der Grundlage dessen, was sie in Toronto beobachtet hatten, zielte das Programm auf qualifizierte Migranten und umfasste formelle Seminare und eine persönliche Betreuung durch einen Mentor, der jedem Teilnehmer zur Seite gestellt wurde. Das Experiment erwies sich als erfolgreich. Mehr als 50 Prozent der Teilnehmer an dem Pilotprogramm fanden sichere Stellen in ihren gewählten Tätigkeitsgebieten.

Der Erfolg von „Skills for Auckland“ führte zur Entwicklung einer verbesserten Version des Pilotprojekts, das die Beschäftigungschancen von Migranten im Großraum Auckland verbessern soll und für das der Name OMEGA (Opportunities for Migrant Employment in Greater Auckland) gewählt wurde.

Der offizielle Startschuss für OMEGA fiel am 5. März 2008 mit Unterstützung von mehr als 30 angesehenen Arbeitgebern und führenden Kommunalvertretern, die sich jetzt alle dafür einsetzen, dass gut ausgebildete Migranten ihren Qualifikationen entsprechende Arbeitsplätze finden und das Thema der Unterbeschäftigung von neu eingetroffenen Migranten in Neuseeland in das Bewusstsein der Öffentlichkeit dringt.

Mehr als ein Drittel der derzeitigen 1,4 Millionen Einwohner von Auckland wurde im Ausland geboren. Ihren Übergang in angemessene Beschäftigung zu erleichtern, gilt als wichtige Voraussetzung für Wirtschaftswachstum und die Dynamik der Stadt.

Das OMEGA-Programm basiert auf dem bewährten Vorbild des TRIEC, wurde jedoch an die lokalen Umstände und den Arbeitsmarktbedarf in Auckland angepasst. Wie der TRIEC hilft OMEGA qualifizierten Migranten, vergütete Praktika zu finden, und stellt ihnen Mentoren aus ihrem Tätigkeitsgebiet zur Seite. OMEGA führt Bewerbungsgespräche mit Kandidaten und wählt die Teilnehmer an dem Programm aus. Das Unternehmen, das den Praktikumplatz bereitstellt, zahlt das Entgelt des Praktikanten.

Ein Problem bei der Anpassung des TRIEC-Programms bestand darin, Unternehmen zu finden, die bereit waren, das Konzept des vergüteten Praktikums als eine Einstellungsmethode zu akzeptieren. Andere hingen mit dem örtlichen Arbeits- und Beschäftigungsrecht zusammen.

Um an OMEGA teilnehmen zu können, müssen Bewerber eine neuseeländische Arbeitserlaubnis haben, innerhalb der letzten drei Jahre zugewandert sein, mindestens drei Jahre Arbeitserfahrung im Ausland nachweisen können, einen Hochschulabschluss haben sowie fließend Englisch sprechen und dürfen in Neuseeland noch keine bezahlte Arbeit gefunden haben.

Migranten, die für die Teilnahme an dem Programm ausgewählt werden, erhalten ähnlich qualifizierte Mentoren an die Seite gestellt und bekommen einen Praktikumplatz bei einem Unternehmen von Founding Employers, dem Netzwerk der Organisation, vermittelt. Founding Employers führt dann weitere Gespräche und wählt Praktikanten in einem Ausscheidungsverfahren aus.

Die Praktika dauern drei bis sechs Monate und finden im Großraum Auckland statt. Zu den Unternehmen, die bei OMEGA mitwirken, zählen ANZ, New Zealand Post, Air New Zealand, Bank of New Zealand, Vodafone, Genesis Energy, Simpson Grierson und Deloitte.

OMEGA nutzte die erfolgreichsten Praktiken des TRIEC als Grundlage für eine vor Ort funktionierende Strategie zur Integration in den Arbeitsmarkt und passte sie an. Justin Treagus, der Leiter des OMEGA-Programms, erläuterte: „Auf diese Weise konnten wir ganz schnell beginnen. Die Übernahme des TRIEC-Modells war von unschätzbarem Wert, weil wir sehr viel Zeit und Ressourcen einsparen konnten. Ich denke, dass wir unser Programm um sechs Monate oder sogar ein Jahr beschleunigen konnten. Der Besuch in Toronto fand im Juni 2007 statt, wir begannen offiziell im März 2008 und hatten im April des Jahres die ersten Mentoren.“

Indem sich OMEGA am TRIEC-Modell orientierte, war das Programm von Anfang an erfolgreich. „Eine Geschichte, an die ich mich immer gern erinnere“, sagte Justin, „ist die von dem Asiaten, der eigentlich nur seine Frau begleitet hatte, die sich über das Mentorenprogramm informieren wollte. Er war in Indien im Bereich geographischer Informationssysteme ausgebildet war, arbeitete jedoch seit fünf Jahren als Taxifahrer. Als er hier von dem Programm hörte, wusste er, dass das genau das Richtige für ihn war. Drei Tage nach seinem ersten Treffen mit seinem Mentor hatte er eine Vollzeitstelle in seinem Tätigkeitsgebiet.“

Ausgewählte Bibliotheksressourcen zu dieser guten Integrationsidee finden Sie im Kasten auf der rechten Seite.

Damit das auch bei Ihnen funktioniert:

  • Innovation ist ein Erfolgsrezept. Überlegen Sie bei der Suche nach neuen Ansätzen zur Integration von Migranten in die Erwerbsbevölkerung und zu anderen Aspekten der lokalen wirtschaftlichen Entwicklung, ob Sie etablierte Programme an die Umstände vor Ort anpassen können. Räumen Sie anschließend systematisch Hindernisse für die Durchführung aus dem Weg.
  • Nehmen Sie Kontakt zu Informationsquellen über erfolgreiche Modelle zur Arbeitsmarktintegration auf. Setzen Sie sich mit Organisationen und Kommunen in Verbindung, um aus erster Hand mehr über deren Durchführungsstrategien zu erfahren.
  • Teilen Sie Ihren Erfolg mit anderen. So gewinnen Sie Anerkennung, erschließen sich potenzielle Partnerschaften und eröffnen sich Chancen für eine zukünftige Zusammenarbeit.

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Kontakt:

Justin Treagus, CEO
OMEGA
P O Box 106937, Auckland City PostShop
Auckland, New Zealand,
1143
Tel: +64 9 379 3483
Justin.treagus(at)omega.org.nz
http://www.omega.org.nz

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