Leben

Leeds, Vereinigtes Königreich

Wohnraum verbessern, Gemeinschaften stärken: Integration von Multikulturalismus in die Stadtplanung

March 24, 2011

Eine kommunale Wohnraumstrategie verwendet einen von vielen Akteuren getragenen partizipatorischen Ansatz und trägt zur Ausarbeitung einer strategischen Gemeinschaftsagenda für die Kommunalverwaltung bei

In der Debatte über Wohnen in Stadtzentren weltweit ging es in der Vergangenheit hauptsächlich um die Erschwinglichkeit und die Verfügbarkeit von Wohnraum. Demographische Veränderungen führen jedoch dazu, dass sich die Parameter dieser Diskussion verschieben. Zunehmend müssen sich die Kommunalbehörden fragen, ob das Wohnamt den Bedarf aller Migranten und ethnischen Minderheiten in der Stadt deckt.

Leeds liegt in der Region West Yorkshire in England. Es ist eine durch Vielfalt geprägte Stadt, in der Angehörige zahlreicher ethnischer Gemeinschaften leben, beispielsweise Schwarzjamaikaner, Inder, Pakistaner, Bangladescher, Chinesen, Iren und Juden. Die europäische Integration und die verstärkte Ansiedlung von Asylsuchenden dürften dazu beitragen, diese Vielfalt weiter zu vergrößern.

Diese absehbaren Veränderungen zusätzlich zum aktuellen Bedarf führten zur Gründung der Leeds Housing Partnership, einer öffentlichen und privaten Partnerschaft von Vermietern, einer freiwilligen Mieterorganisation und Vertretern der Kommunalbehörden.

Dieses Gremium wurde gebildet, weil man erkannt hatte, dass das Wohnamt und die Vermieter unmittelbar zur Förderung des Zusammenhalts der Gemeinschaft und zur wirtschaftlichen Erholung beitragen können, indem sie sich aktiv engagieren und bereits in der Phase der Beratung und der strategischen Planung den Bedarf von ethnischen und Minderheitengruppen berücksichtigen.

Als ein Ergebnis und als Teil der übergeordneten Wohnraumstrategie für Leeds für den Zeitraum von 2000 bis 2010 veröffentlichte die Leeds Housing Partnership die „Strategie und den Aktionsplan für Wohnraum für Schwarze und ethnische Minderheiten“, der in die „Vision für Leeds II 2004 – 2010“ (dem Rahmenplan für die Stadtentwicklung in Leeds in den kommenden Jahren) eingebettet war.

Dieser Plan zeichnet sich dadurch aus, dass er ausschließlich auf den Bedarf und die Anliegen vor allem der Einwohner aus den am stärksten benachteiligten (schwarzen und minoritären ethnischen) Gemeinschaften ausgerichtet ist.

Hintergrund…
Derzeit konzentrieren sich die schwarzen und minoritären ethnischen Gemeinschaften auf die ärmsten Stadtteile. Bei Haushalten dieser Gemeinschaften ist die Wahrscheinlichkeit größer als bei britischen weißen Haushalten, dass ihre Wohnsituation schlecht ist. Viele Mietwohnungen von Angehörigen schwarzer und minoritärer ethnischer Gemeinschaften stammen aus der Zeit vor 1919 und befinden sich in einem sehr schlechten Zustand. Dies hat zur Folge, dass Angehörige dieser Gemeinschaften mit größerer Wahrscheinlichkeit in überfüllten Wohnungen oder Häusern ohne Zentralheizung leben, die feucht sind oder allgemein saniert werden müssen. Beispielsweise ergab die Volkszählung von 2001, dass 38 Prozent der Angehörigen schwarzer und minoritärer ethnischer Gemeinschaften in Wohnungen ohne Zentralheizung leben und bei 13 Prozent die Wohnung nur teilweise beheizt ist. Aufgrund der Familiengröße leben 61 Prozent in Häusern, die für den Bedarf ihrer Familien zu klein sind.

Der Ansatz…
Mit der Entwicklung einer „Strategie und eines Aktionsplans für Wohnraum für Schwarze und ethnische Minderheiten“ wird die Wohnraumstrategie für schwarze und minoritäre ethnische Gemeinschaften dazu beitragen, das Gefälle zwischen den am meisten benachteiligten Menschen und Gemeinschaften sowie dem Rest der Stadt zu verringern.

Eine zentrale Voraussetzung dafür, die in der Wohnraumstrategie für schwarze und minoritäre ethnische Gemeinschaften festgelegten Ziele zu erreichen, besteht darin, zu gewährleisten, dass sprachliche und kulturelle Hindernisse das Verständnis der verfügbaren Wohnmöglichkeiten, den Zugang zu Sozialwohnungen und die Beteiligung an Konsultationsprozessen nicht einschränken.

In der „Strategie und dem Aktionsplan für Wohnraum für Schwarze und ethnische Minderheiten“ wird vorgeschlagen, diesen wichtigen Themen Rechnung zu tragen, indem sichergestellt wird, dass Wohnraumanbieter wohnraumbezogene Dienstleistungen erbringen, die sowohl kulturelle als auch religiöse Aspekte berücksichtigen. Zu diesem Zweck werden Profile des kulturell und religiös bedingten Bedarfs jeder Gemeinschaft erstellt und diese in die Dienstleistungsplanung und die Entwicklung neuen Wohnraums integriert. Die Wohnraumstrategie für minoritäre ethnische Gemeinschaften zielt auch darauf ab, den Anteil des Personals aus den schwarzen und minoritären ethnischen Gemeinschaften bei den Wohnraumanbietern auf allen Ebenen zu erhöhen sowie durch Kontaktaufnahme und Werbung mehr Verwaltungsratsmitglieder aus den schwarzen und minoritären ethnischen Gemeinschaften zu rekrutieren.

Die „Strategie und der Aktionsplan für Wohnraum für Schwarze und ethnische Minderheiten“ werden auch dazu führen, dass Informationen in einer Reihe von Formaten und Sprachen der Gemeinschaften bereitgestellt werden, und auf diese Weise den Zugang zu wohnraumbezogenen Dienstleistungen verbessern. Dies wird dazu beitragen, Personen aus neuen Gemeinschaften zu befähigen, fundierte Entscheidungen darüber zu treffen, wo sie leben möchten. Des Weiteren soll ein Beratungsdienst eingerichtet werden, der Angehörigen der schwarzen und minoritären ethnischen Gemeinschaften bei der Integration in die Kommune helfen soll.

Mit Hilfe von Rundschreiben mit Informationen und mehr Öffentlichkeitsarbeit zu Gemeinschaftsveranstaltungen soll versucht werden, mehr Angehörige der schwarzen und minoritären ethnischen Gemeinschaften zur Mieter- und Bewohnerbeteiligung zu bewegen.

Chancengleichheit beim Zugang zu Wohnraum sowie die Berücksichtigung der Probleme und des Bedarfs bestimmter Gemeinschaften können bei allen Gemeinschaften eine gemeinsame Sichtweise und ein Zugehörigkeitsgefühl entstehen lassen und den Eindruck verstärken, dass unabhängig vom Hintergrund für alle ähnliche Chancen offen stehen.

Ausgewählte Bibliotheksressourcen zu dieser guten Integrationsidee finden Sie im Kasten auf der rechten Seite.

Damit das auch bei Ihnen funktioniert:

  • Stellen Sie sicher, dass sprachliche und kulturelle Hindernisse das Verständnis der verfügbaren Wohnmöglichkeiten, den Zugang zu Sozialwohnungen und die Beteiligung an Konsultationsprozessen nicht einschränken.
  • Überlegen Sie, welche Hindernisse für die umfassende Partizipation der Gemeinschaften bestehen könnten, und setzen Sie sich mit Ihrem lokalen Abgeordneten in Verbindung, um zu prüfen, wie man sie abbauen könnte.
  • Chancengleichheit beim Zugang zu Wohnraum sowie die Berücksichtigung des Bedarfs bestimmter Gemeinschaften können eine gemeinsame Sichtweise und ein Zugehörigkeitsgefühl entstehen lassen und zu größerem sozialem Zusammenhalt beitragen.
  • Stellen Sie sich die Frage, was ihre Kommunalverwaltung unternimmt, um mehr Gemeinschaften in die Planung, Finanzplanung und Entwicklung Ihres Viertels oder Ihrer Stadt einzubeziehen. Finden Sie heraus, wie Sie diesbezügliche Initiativen unterstützen können.

Maytree