Lernen

Blackburn with Darwen , United Kingdom

Lernen Sie Ihre Nachbarn kennen

Verwaltung der Gebietskörperschaft Blackburn with Darwen

October 2, 2013

Durch den Dialog zwischen Religionsgemeinschaften Interaktion und Verständnis fördern

Was geschieht, wenn man eine Gruppe von Mädchen aus verschiedenen Schulen – einer muslimischen, einer römisch-katholischen und einer säkularen – gemeinsam auf eine zweitägige Reise schickt, um einander kennen zu lernen? Sie unterhalten sich.

2007 verließ eine Gruppe von 18 Mädchen im Teenager-Alter aus drei verschiedenen Schulen – einer muslimischen, einer römisch-katholischen und einer säkularen – die Annehmlichkeiten ihres vertrauten Umfelds für ein Wochenende in einem Heim in Darwen in Lancashire, wo sie zwei Tage verbrachten, um einander kennen zu lernen. Das Ziel? Mädchen mit einem unterschiedlichen kulturellen Hintergrund zusammenzubringen, um voneinander zu lernen, sich auszutauschen, miteinander über ihre unterschiedlichen Überzeugungen und kulturellen Traditionen zu sprechen, vor allem aber um die vielen Dinge zu entdecken, die sie miteinander gemein hatten.

Das Programm „Lernen Sie Ihre Nachbarn kennen“, das diese jungen Menschen zusammenführte, wurde von der Verwaltung der Gebietskörperschaft Blackburn with Darwen in einer einzigartigen Partnerschaft mit dem englischen Ministerium für Gemeinschaften und Kommunalverwaltung, UNISON North West (einem Zweig der größten Gewerkschaft für den öffentlichen Dienst in Großbritannien und in Europa) und der Agentur für Verbesserung und Entwicklung bei der Interessenvertretung der Kommunen gegenüber der Zentralregierung entwickelt.

Es wurde dafür konzipiert, Mythen zu zerstreuen, Verständnis zu fördern und Freundschaften über Gemeinschaftsgrenzen hinweg entstehen zu lassen. Das Programm entstand aus einem richtungweisenden Gemeinschaftsforum, dem „Projekt 100 Stimmen“, das von Blackburn with Darwen initiiert wurde, nachdem 2006 in einem Bericht festgestellt wurde, dass Blackburn eine der englischen Städte mit dem höchsten Grad an Segregation war. In der Gebietskörperschaft gibt es eine große, gut etablierte und wachsende asiatische Gemeinschaft, und sie verzeichnet den höchsten Anteil an Muslimen (19 Prozent) außerhalb von London. Die Hälfte aller Schulen ist zumindest teilweise nach Religionen getrennt.

Die Verantwortlichen in Verwaltung und Gemeinschaften wurden darüber aufgeklärt, dass Meinungen häufig falsche Vorstellungen und Stereotype zugrunde liegen und dass es wichtig ist, Menschen mit unterschiedlichem Hintergrund Gelegenheiten zu bieten, einander zu begegnen. Offener und ehrlicher Dialog lässt Verständnis und Beziehungen über wahrgenommene Unterschiede hinweg entstehen, und durch die Konzentration auf gemeinsame Erfahrungen, Interessen und Wünsche ist es möglich, zuvor gehegte Vorurteile zu überwinden.

Brücken bauen

Das Programm „Lernen Sie Ihre Nachbarn kennen“ sollte durch interkulturellen Dialog Brücken zwischen den Glaubensgemeinschaften entstehen lassen. Kleinere Übungen, um das Eis zu brechen, halfen, dass die Mädchen anfingen, sich über ihre Lieblingsbeschäftigungen zu unterhalten und darüber, wo sie in zehn Jahren zu sein hofften. Die Teenager entdeckten, dass sie gemeinsame Interessen wie Musik und ähnliche Wünsche und Ideale hatten. Sie nahmen an Mannschaftsspielen, Theater- und Kunstaktivitäten teil und diskutierten über Zusammenhalt und Unterschiede. Außerdem genossen sie ein gemeinsames festliches Abendessen. Zwei Wochen nach dem Ausflug kamen sie erneut zusammen, um mit Geldgebern, Lehrern, Vertretern der Schulverwaltung und Eltern über ihre Erfahrungen zu sprechen. Sie wurden auch ermuntert, das, was sie gelernt hatten, an Schulkameradinnen und -kameraden weiterzugeben.

Beim Gedankenaustausch über das Programm fielen Sätze wie: „Wir sind gut miteinander ausgekommen“, „Die Unterschiede fielen gar nicht auf“, „Es hat mir die Augen geöffnet“ oder „Ich hatte gedacht, die katholischen Mädchen wären anders, und hatte erwartet, dass sie sich anders verhalten würden, aber sie waren wirklich nett“. Die Teilnehmerinnen beschrieben, wie die Erfahrung ihre Wahrnehmung verändert hatte und ihnen ein besseres Bewusstsein und Verständnis in Bezug auf andere Glaubensrichtungen und Kulturen vermittelt hatte.

Erfolg

Den Erfolg des Projekts und dass es in der Lage war, dauerhafte Freundschaften zwischen Angehörigen unterschiedlicher Glaubensrichtungen zu fördern, belegte der Umstand, dass die Mädchen, die 2007 daran teilgenommen hatten, später im selben Sommer ein Wiedersehen organisierten. Das Programm wurde 2008 erneut durchgeführt, diesmal für 24 Jungen aus vier verschiedenen Schulen. Es hatte die Sorge bestanden, dass die Jungen ein Programm, bei dem das Miteinander und Gespräche im Mittelpunkt stehen, nicht so gut annehmen würden. Die Rückmeldungen waren jedoch durchweg positiv. Ein Junge sagte: „Ich war überrascht, dass sich so viele Jugendliche so gut verstanden, ohne dass die unterschiedlichen Religionen zu einem Problem wurden.“

Im Rahmen des Projekts wurde ein Instrumentarium entwickelt, das von anderen Kommunalbehörden genutzt werden kann und potenziell dauerhafte Verbindungen zwischen Schulen herstellen kann. Die Stärke von „Lernen Sie Ihre Nachbarn kennen“ wurde vielleicht am besten von einer der mitfahrenden Lehrerinnen zusammengefasst, die sagte: „Es gibt so viel mehr, was sie vereint als was sie auseinanderdividiert.“

Damit das auch bei Ihnen funktioniert:

  • Lehrer, die eher als „Mentoren“ auftreten und weniger als Autoritätspersonen, bieten Schülern Möglichkeiten, sich zu öffnen und aktiv zu partizipieren.
  • Wenn Schüler und junge Menschen nicht durch „einzig richtige“ Antworten und „sinnvolle“ Fragen gehemmt werden, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sie Beiträge zu einer offenen und ehrlichen Diskussion leisten.
  • Bei der Einführung neuer Themen und Aktivitäten einen inklusiven Coaching-Ansatz zu verfolgen, bewirkt, dass sich Schüler aufgrund ihrer eigenen Neugier an der Debatte beteiligen.
  • Stellen Sie sicher, dass Schüler, die an einem Programm teilgenommen haben, nach ihrer Rückkehr das Gelernte an ihre Mitschüler weitergeben.

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Kontakt:

Blackburn with Darwen Borough Council , Verwaltung der Gebietskörperschaft Blackburn with Darwen
King William Street, Town Hall
United Kingdom,
BB1 7DY
info(at)blackburn.gov.uk
http://www.blackburn.gov.uk/



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