Leben

Hannover, Deutschland

MIMI – Mit Migranten für Migranten: interkulturelle Gesundheit in Deutschland

Ethno-Medizinisches Zentrum - EMZ

March 24, 2011

Gesundheitsförderung für Zuwanderer, indem man sie zu Experten für ihre eigenen Anliegen macht

Ramazan Sulman war sechs Jahre alt, als er Istanbul verließ und mit seiner Familie in die norddeutsche Großstadt Hannover zog. Weil Ramazan wesentlich schneller Deutsch lernte als seine Eltern, fungierte er bald als Dolmetscher für die Familie. Jahre später inspirierten ihn die Erfahrungen, die er damals gemacht hatte, zur Entwicklung des Konzepts eines interkulturellen Dienstleistungsnetzwerks, das dazu beitragen sollte, den Graben zu überwinden, vor dem Neuankömmlinge wie seine Familie häufig stehen, wenn sie sich in ihrer neuen Heimat niederlassen.

Heute ist Ramazan Salman Geschäftsführer und Mitbegründer des Ethno-Medizinischen Zentrums e. V. (EMZ), der Organisation, die das preisgekrönte Programm „MiMi – Mit Migranten für Migranten” entwickelte.

Das MiMi-Programm mobilisiert, schult und unterstützt Personen aus Zuwanderergemeinschaften als kulturelle Mediatoren, die dazu beitragen können, neue und unterschiedliche Arten und Weisen des Umgangs mit überlieferten Einstellungen in Bezug auf Gesundheit, Krankheit und den Körper zu nutzen. Das Programm zielt darauf ab, das deutsche Gesundheitssystem für Zuwanderer zugänglicher zu machen, ihre Gesundheitskompetenz zu verbessern und durch die Förderung der unmittelbaren Beteiligung von Zuwanderergemeinschaften an dem Prozess diese gleichzeitig zu stärken.

Diese zweigleisige Dynamik ist einer der besonderen Aspekte des MiMi. Zielgruppe des Programms sind sozial integrierte Zuwanderer als Kandidaten für eine Ausbildung zu interkulturellen Mediatoren. Anschließend veranstaltet es Informationsveranstaltungen für Mitglieder einer Gemeinschaft in deren Sprache, die von MiMi-Mediatoren geleitet werden, die selbst der jeweiligen Gemeinschaft angehören.

Der MiMi-Ansatz basiert auf der Überzeugung, dass Migranten ihre eigenen Anliegen am besten kennen und als Gemeinschaft über Erfahrungen und Ressourcen verfügen, die besser genutzt werden müssen.

„Unser Projekt sieht in Zuwanderern eine wichtige Humanressource für die zukünftige Entwicklung unserer Gesellschaft. Die meisten von ihnen integrieren sich nicht nur gut, sondern leisten auch finanzielle, kulturelle und soziale Beiträge zur deutschen Gesellschaft. MiMi fördert sowohl die Integration als auch den Brückenschlag zwischen Kulturen”, sagte Ramazan Salman.

Die Kandidaten für die Mediatorenausbildung werden in lokalen Zuwanderergemeinschaften angeworben und erhalten eine mehr als 50-stündige Ausbildung. Nach ihrer Zertifizierung können sie Informationsveranstaltungen planen und durchführen. Diese Veranstaltungen werden kultursensibel auf die jeweilige Gemeinschaft zugeschnitten und finden in deren bevorzugter Sprache statt. Themen, die angesprochen werden, sind, das deutsche Gesundheitssystem zu verstehen und sich darin zurechtzufinden, und gemeinschaftsspezifische Gesundheitsfragen.

In Zusammenarbeit mit 80 anderen Organisationen aus dem Gesundheitsbereich erstellt und aktualisiert MiMi regelmäßig einen Gesundheitswegweiser, der in 16 Sprachen verfügbar ist. Dieser Leitfaden enthält Informationen zu ausgewählten Gesundheitsthemen und Anleitungen dazu, das deutsche Gesundheitssystem zu verstehen und sich darin zurechtzufinden. Ziel ist, Zuwanderergemeinschaften zu helfen, die verfügbaren Ressourcen stärker in Anspruch zu nehmen, und zwar insbesondere in den Bereichen Gesundheitsvorsorge und Früherkennungsuntersuchungen. MiMi überwacht und verfolgt regelmäßig den Erfolg dieser Veröffentlichungen sowie das sonstige Programm, um bei Bedarf Komponenten oder bestimmte Module zu überarbeiten. Infolgedessen wird der Inhalt ständig aktualisiert und spiegelt weiterhin die Bedürfnisse der Zielgruppen wider.

Erfolg

Das vom Ethno-Medizinischen Zentrum entwickelte MiMi-Programm begann 2003 in Zusammenarbeit mit dem BKK Bundesverband als ein Pilotprojekt in vier Städten in den Bundesländern Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Es wurde mittlerweile auf 38 Städte in Baden-Württemberg, Bayern, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein ausgeweitet.

Ein unerwarteter Erfolg des Programms bestand darin, dass es dem MiMi gelang, Zuwanderinnen zu rekrutieren und ihnen zu helfen, Führungsrollen in ihren Gemeinschaften einzunehmen. Die Mehrzahl der interkulturellen Mediatoren sind Frauen, und Programmevaluierungen zeigen, dass sie die Ausbildung nachdrücklich unterstützen.

Für die innovative unternehmerische Leistung der Einrichtung von MiMi wurde Ramazan Sulman 2006 von der Ashoka Fellowship als Sozialunternehmer des Jahres ausgezeichnet. Im Dezember 2008 erhielt er in einem von der Schwab-Stiftung (von Professor Klaus Schwab, Gründer des Weltwirtschaftsforums in Davos) und The Boston Consulting Group organisierten Wettbewerb unter der Schirmherrschaft der deutschen Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel die Auszeichnung „Deutschlands Sozialunternehmer 2008″.

This Good Idea was identified by the Open Society Foundations’ At Home in Europe project as a good practice promoting inclusion, social cohesion and nondiscrimination. For more on this practice and the At Home in Europe project, read Living Together: Projects Promoting Inclusion in 11 EU Cities (OSF, 2011)

Damit das auch bei Ihnen funktioniert:

  • Migranten kennen sich mit ihren eigenen Anliegen am besten aus; als Gemeinschaft verfügen sie über Erfahrungen und Ressourcen, die genutzt werden können, um Dienstleistungen und deren Erbringung zu verbessern.
  • Gesundheitsförderung für ethno-kulturelle, sprachliche und religiöse Minderheiten erfordert die interkulturelle Ausbildung aller Beteiligten vom medizinischen Personal bis zu Gemeinschaftsmitgliedern und sprechern.
  • Halten Sie Ausschau nach nicht vorhergesehenen Ergebnissen und Auswirkungen auf die Gemeinschaft: Der Schwerpunkt des MiMi-Programms ist die Verbesserung der Gesundheitskompetenz, aber ihr Ansatz auf der Gemeinschaftsebene hat auch in mehr Führungskompetenz und Partizipation in den Gemeinschaften resultiert, insbesondere bei Zuwanderinnen.

Maytree

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