Verbinden

Madrid, Spanien

Bei der Integration ganz vorne dabei

Policía de Fuenlabrada

March 24, 2011

Durch Konsultationen und die Einstellung von Ortsansässigen Vertrauen in die Nachbarschaftspolizei schaffen

Polizisten spielen eine wichtige Rolle in der Gesellschaft, für die es erforderlich ist, dass sie die Bedürfnisse und Meinungen der Menschen kennen, für die sie zuständig sind und die sie schützen sollen.

Wenn die Bevölkerung der Polizei vertraut und sie respektiert, stärkt dies die Beziehung zwischen ihnen und vergrößert ihre Wirksamkeit.

In Fuenlabrada, 20 Kilometer südwestlich von Madrid, bemüht sich die örtliche Polizei, diese Prinzipien in die Praxis umzusetzen, und auf diese Weise den sozialen Zusammenhalt zu verbessern und zu mehr Vertrauen beizutragen.

Fuenlabrada, das sich in kurzer Zeit von einem kleinen Dorf zu einer Satelliten-Großstadt mit 205.000 Einwohnern entwickelt hat, hat eine sehr junge Bevölkerung, in der sich der rasche demografische Wandel in dem Gebiet widerspiegelt. Mehr als 30,4 Prozent der Einwohner sind unter 25 Jahre alt, und mehr als 16 Prozent haben nicht die spanische Staatsangehörigkeit. Die größten Zuwanderergruppen kommen aus Marokko, Ecuador und Rumänien.

Zwischen 2000 und 2005 hat sich die Zahl der Neuankömmlinge in der Region mehr als verdreifacht. Die Verantwortlichen auf der kommunalen Ebene erkannten, dass mehr getan werden musste, um ein positives Umfeld für die Integration der Zuwanderer und zum Abbau der Diskriminierung zu schaffen.

Mit der Unterstützung von Delegationen aus den umliegenden Kommunen erarbeitete die Stadtverwaltung von Madrid einen Rahmenplan für Soziale und Interkulturelle Koexistenz. Der Plan wurde kürzlich erneuert und gilt jetzt für den Zeitraum von 2009 bis 2012.

Die Beteiligung von Gemeinschaftsorganisationen wie der Polizei trug entscheidend dazu bei, dass der Plan umgesetzt werden konnte.

Die Polizei: bei der Integration in vorderster Linie

Bei der Polizei von Fuenlabrada hat man frühzeitig erkannt, dass Behörden ein Spiegel der Gemeinschaften sein sollten, für die sie zuständig sind. Sie entwickelte einen proaktiven Ansatz, der intern die Personalvielfalt steigert und extern ihre Beziehungen zur Bevölkerung verbessern soll.

Auf der Grundlage bestehender Initiativen mit dem Ziel, mehr Frauen für die Arbeit bei der Polizei zu gewinnen, bietet die Behörde jetzt kostenlose Ausbildung für Angehörige von Minderheiten und deren Abkömmlinge, die Interesse daran haben, in die Polizei von Fuenlabrada einzutreten (und die die grundlegenden Einstellungsvoraussetzungen erfüllen).

Intern unterstützt die Behörde diesen Ansatz, indem sie für alle Beamten Fortbildung zu den Themen Bewusstsein für Kulturen und Vielfalt anbietet.

Die Polizei von Fuenlabrada führt auch Informationsveranstaltungen zu spanischem Recht und zum Rechtsweg in Spanien durch. Dies dient den Zielen, das Vertrauen der Bevölkerung zu gewinnen und Beziehungen zu den verschiedenen Gemeinschaften zu knüpfen sowie Neuankömmlingen zu helfen, sowohl ihre Rechte als auch ihre Pflichten kennen zu lernen. Um sicherzustellen, dass ihr Ansatz sowohl wirksam als auch belangvoll ist, richtete die Polizei von Fuenlabrada ein Gemeinschaftsforum ein, das mit Vertretern von Rechtsorganisationen, Religionsgemeinschaften und verschiedenen Gemeinschaftsgruppen besetzt ist.

Es entwickelte sich zu einem monatlichen Beratungsforum, das es der Polizei ermöglicht, regelmäßig mit der Gemeinschaft Gespräche zu führen, um neu aufgetretene Probleme in Erfahrung zu bringen und aktuelle Anliegen zu erörtern, beispielsweise die Frage einer einheitlichen Vorgehensweise der Nachbarschaftspolizei mit dem Ziel, Diskriminierung zu minimieren.

Um das Bewusstsein für diese Bemühungen zu schärfen, hat die Polizei die Informationen darüber in rumänischer, arabischer, englischer und spanischer Sprache zur Verfügung gestellt und sie in eine größere mehrsprachige Informationskampagne mit dem Ziel aufgenommen, Bürgern zu helfen, ihre Rechte zu verstehen.

Von der lokalen auf die globale Ebene

Im Juni 2010 mündete der Erfolg dieser Gemeinschaftskonsultationen in der Veröffentlichung eines Manifestes für Vielfaltsmanagement durch die Polizei. Dabei handelte es sich um eine gemeinsame Maßnahme der Fundación Secretaria do Gitano, der Fundación Pluralismo y Convivencia, der Open Society Justice Initiative und der Unión Nacional de Jefes y Directivos de Policía Local (Unijepol) – unter Beteiligung von Amnesty International als Beobachterorganisation. Das Manifest enthält Empfehlungen für positive Aktivitäten, um dazu beizutragen, dass Polizeibehörden die Vielfalt der Gesellschaft widerspiegeln, für die sie tätig sind, und gleichzeitig die öffentliche Sicherheit zu fördern.

Außerdem kamen die unterzeichnenden Organisationen überein, eine Plattform für das Vielfaltsmanagement durch die Polizei einzurichten. Sie soll allen kommunalen Stellen und Organisationen offen stehen, die lokalen Polizeibehörden helfen wollen, der Vielfalt der Bevölkerung im Großraum Madrid aufgeschlossener gegenüberzustehen und zu gewährleisten, dass Angehörige der schutzbedürftigsten Minderheiten Gleichbehandlung durch die Polizei genießen.

Die Arbeit der Polizei in Fuenlabrada ist damit Teil einer größeren globalen Initiative geworden. In Spanien gehören ihr die örtliche Polizei in Girona, die katalanische Polizei, die Polizeischule von Katalonien und die Polizeiakademie der Autonomen Gemeinschaft Madrid an. Das britische Innenministerium beteiligt sich genauso wie die Polizei im Großraum London, die Polizei der Grafschaft Leicester sowie die Nationale Polizei, die Polizeiakademie und das Innenministerium in Ungarn.

Damit das auch bei Ihnen funktioniert:

  • In Informationsveranstaltungen mit dem Ziel, Neuankömmlingen zu helfen, das örtliche Recht und den Rechtsweg zu verstehen, sollten sowohl ihre Rechte als auch ihre Pflichten berücksichtigt werden.
  • In wirksame Kampagnen zur Bewusstseinsbildung auf Gemeinschaftsebene muss mehr als eine Behörde eingebunden werden, und sie müssen das Ergebnis umfassender Konsultationen der Bevölkerung sein. Was hat Ihre Organisation unternommen, um die verschiedenen Akteure in Ihrer Gemeinschaft zu erreichen?
  • Bevor Sie ein neues Programm oder eine neue Dienstleistung einführen, sollten Sie Ihre Ideen an einem breiten Querschnitt von Gemeinschaftsmitgliedern erproben, um sicherzustellen, dass Ihr Ansatz wirksam sein wird.
  • Veröffentlichen und würdigen Sie vorbildliche Beispiele aus der Praxis sowie positive Aktivitäten und Ergebnisse.
  • In Wohnvierteln Vertrauen zu schaffen, steigert die Wirksamkeit lokaler Programme und Dienstleistungen sowie die Reputation des Anbieters und die Zufriedenheit mit seiner Arbeit.

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