Planen

Barcelona, Spanien

Parc Central de Nou Barris

Stadtrat von Barcelona, Büro des Bezirksleiters von Nou Barris

September 21, 2012

Neue Räume in alten Städten erschließen

Im Bezirk Nou Barris in Barcelona, auf dem ehemaligen Gelände des Institut Mental de la Santa Creu, liegt ein Park, der einen Preis gewonnen hat. Er wirkt dem Gefühl der Isolation entgegen, das durch unstrukturierte Straßen und dichte Besiedlung entsteht, und schafft eine grüne Gemeinschaft in einem der stärker von Vielfalt geprägten Stadtteile von Barcelona.

Eine ländliche Institution entwickelt sich zu einem städtischen Gebiet

Das frühere Institut Mental de la Santa Creu befindet sich auf einem großen, zentral gelegenen Gelände, das einst zu den ländlichen Vororten der Stadt gehörte. Als Bauwerk im Stil des Modernismus des späten 19. Jahrhunderts wurde es in den 1950er Jahren nicht mehr genutzt und verfiel. In dieser Zeit suchte die erste Welle von Zuwanderern aus dem Süden Spaniens billige Unterkünfte und fand sie durch die Ansiedlung in den noch wenig erschlossenen Außenbezirken. Daher kam es in dem Gebiet in den darauffolgenden Jahrzehnten zu einer schnellen und ungeordneten urbanen Entwicklung im großen Maßstab.

In den 1990er Jahren wurde die Anlage formell von der Stadtverwaltung in Barcelona übernommen und als Verwaltungsgebäude für die stark expandierende Stadt genutzt. Zur gleichen Zeit erreichte den Bezirk eine zweite Welle von Zuwanderern, diesmal aus Rumänien, der Ukraine, aus Ecuador, Pakistan und den Philippinen. Dadurch veränderte sich die ethnische Zusammensetzung des Bezirks erneut.

Zersiedlung der Landschaft

Die rasch wachsende dichte Besiedlung veränderte das Gebiet radikal. Die frühere ländliche Topographie des Geländes war nun von einem unstrukturierten Muster von Straßen und einer chaotischen Mischung räumlich unzusammenhängender Hochhäuser und Flachbauten geprägt. Auch waren im Laufe der Jahre viele der öffentlichen Flächen der Gegend als Parkplätze genutzt worden, wodurch wenig Raum für Parks oder Grünflächen blieb, die die Einwohner hätten nutzen können.

Ein weiteres Problem war, dass sich die Bewohner auch physisch isoliert fühlten.

Stadtteilerneuerung

1997 begann die Stadt Barcelona mit einem Projekt, das darauf abzielte, einen neuen Stadtentwicklungsplan für den Bezirk Nou Barris zu entwickeln, in dem der zersiedelte Charakter des städtischen Gebiets und die sozialen Bedürfnisse der dort lebenden vielfältigen Bevölkerung miteinander in Einklang gebracht werden sollten. Bei dem Projekt war unter anderem vorgesehen, alte Gebäude abzureißen, um neue öffentliche Flächen zu schaffen, Teilstücke des Straßennetzes auszubessern und 1.750 neue Parkplätze zu schaffen – nahezu alle unterirdisch. Der Stadtrat erkannte auch, dass das alte psychiatrische Krankenhaus ein ideales Gebäude für ein neues Bürgerzentrum des Bezirks wäre. Durch seine Größe, Lage, historische Bedeutung und Architektur war es der perfekte Ort für eine der heutzutage größten öffentlichen Bibliotheken in Barcelona. Gleichzeitig befinden sich dort die Kommunalverwaltung des Bezirks Nou Barris und das Stadtarchiv.

Im Plan des Stadtrats war auch vorgesehen, einen städtischen Park zu gestalten, der zur räumlichen Integration des Gebiets dienen sollte, indem neue offene Flächen und Brachflächen miteinander verbunden werden sollten.

Erfolg

2007 gewann der Zentrale Park von Nou Barris den International Urban Landscape Award (IULA) für eine wichtige „Integrationsleistung in einem rasch wachsenden, multiethnischen Viertel von Barcelona“.

Heute ist der Zentrale Park von Nou Barris der zweitgrößte städtische Park in Barcelona und wird als öffentliche Grünfläche, Freizeitanlage und Treffpunkt von der Bevölkerung gern genutzt – eine Erfolgsgeschichte aus historischem Wandel, Stadtteil-Wiederbelebung, sozialer Integration und gutem Zusammenleben in einer multikulturellen städtischen Gesellschaft.

Damit das auch bei Ihnen funktioniert:

  • Infrastrukturförderung, beispielsweise im Verkehrswesen, ist ein wichtiges Mittel, um verschiedene Stadtteile und Gemeinschaften einander näher zu bringen.
  • Die Wiederbelebung historischer Bauten und älterer kommunaler Institutionen schafft Verbindungen zur Vergangenheit und neue Räume für gemeinschaftliches Engagement.
  • Machen Sie sich auf die Suche nach vernachlässigten oder brachliegenden städtischen Flächen in Ihrem Stadtteil, die wieder für die öffentliche Nutzung und Erholung in Anspruch genommen werden können.
  • Skalenvorteile können erzielt werden, wenn ein Bauprojekt mehreren Interessengruppen in der Gemeinschaft nutzt – und dazu dient, Dienstleistungen zu erbringen, zu erfreuen und Vergnügen zu bereiten.

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