Lernen

Toronto, Kanada

Lehrer nehmen an Exkursionen zu ethnischen Gemeinschaften und Glaubensgemeinschaften teil

Toronto District School Board

July 3, 2012

Lehrer an Innenstadtschulen lernen vor Ort die Gemeinschaften kennen, aus denen ihre Schüler kommen

Als der Toronto District School Board (TDSB) nach neuen Strategien suchte, um bei seinen Lehrkräften bedarfsgerechte, relevante Unterrichtspraktiken zu fördern, entdeckte er ein Erfolgsrezept vor der eigenen Haustür. Seit 2008 haben die Community and Faith Walks des TDSB dazu beigetragen, die Kluft zwischen Zuhause, Schule und Gemeinschaft zu überwinden, indem sie Lehrer aus den Innenstadt-Schulen in Toronto in die Stadtteile und kulturellen Gemeinschaften geführt haben, in denen die Schüler, die in ihren Klassenzimmern sitzen, leben.

Der Toronto District School Board ist die größte Schulbehörde in Kanada und eine der fünf größten Schulbehörden in Nordamerika. Mit fast 600 Schulen betreut er etwa 260.000 Schüler an Grund- und weiterführenden Schulen im regulären Ganztagsschulsystem. Die Schulbehörde ist als eine der vielfältigsten der Welt anerkannt worden. In ihr sind 80 Sprachen vertreten.

Über die Grenzen des Schulhofs hinausblicken und hinausgehen

Bevor die Lehrer die Exkursionen unternehmen, nehmen sie an einer Informationsveranstaltung teil, die den Abbau von Vorurteilen fördert. Sie nehmen außerdem anschließend an einer Nachbesprechung teil, die einen Austausch ermöglicht, das Gelernte noch weiter festigt und die nächsten Schritte unterstützt. Das Programm bietet zwei Arten von Ausflügen an – Exkursionen in die verschiedenen ethnischen Gemeinschaften (Community Walks) und Exkursionen, um die verschiedenen Glaubensgemeinschaften besser kennenzulernen (Faith Walks).

Community Walks: Lehrkräfte an den innerstädtischen Schulen in Toronto müssen nicht unbedingt innerhalb des Einzugsbereichs der Schule leben oder sind nicht vertraut mit der Vielfalt der von ihren Schülern gelebten Erfahrungen. Exkursionen in die Gemeinschaften tragen dazu bei, dass sie die Schönheit, die Herausforderungen und die Möglichkeiten jeder Gemeinschaft erkennen können, aber auch die Ressourcen, über die die Familien und Schüler verfügen. Über die Exkursionen erhalten die Lehrer ein Instrumentarium und Erfahrungen aus erster Hand, um damit Lehrpläne und eine Lernumgebung zu gestalten, die der Kultur angemessen und für die Situation vor Ort relevant sind. Die Teilnehmer besuchen Gemeinschaftseinrichtungen vor Ort, nahegelegene Parks, Lebensmittelgeschäfte, Apartmenthäuser, Kindertagesstätten und Gesundheitszentren.

Faith Walks: Der Glaube kann für die Entwicklung und Lernerfahrung eines Kindes eine entscheidende Rolle spielen. Wenn sich die Lehrer über die religiöse Vielfalt an ihren Schulen bewusst sind, trägt das dazu bei, eine Praxis zu fördern, die diese Vielfalt wertschätzt. Teilnehmer an Faith Walks besuchen Gebetsstätten wie Moscheen, Tempel, Kirchen und Synagogen und sprechen mit Vertretern der religiösen Gemeinschaften darüber, wie man Schüler mit dem jeweiligen Glauben in einem pluralistischen Bildungssystem unterstützen kann.

„Als ich mit meinen Kollegen einen Ausflug in eine Gemeinschaft gemacht habe und wir anschließend eine Nachbesprechung hatten, stellte sich heraus, dass es in der Innenstadt für Schüler nur wenige Flächen gibt, wo sie in einer sicheren Umgebung spielen können“, erklärte der Teaching and Learning Coach von Model Schools for Inner Cities, Bruce Currie. „Daher müssen wir wirklich dafür sorgen, tägliche körperliche Betätigung zu fördern und den Kindern Gelegenheit geben, ihr Lernen durch körperlich-kinästethische Aktivitäten zum Ausdruck zu bringen und nicht nur mit Papier und Bleistift.“

Erfolg

Nach der Teilnahme an einem Community oder Faith Walk ändern viele Lehrer ihre Unterrichtspraktiken, indem sie sich bemühen, mehr auf die gelebten Erfahrungen der Schüler einzugehen. Die Schulverwaltungen haben die Ziele der Schulen und die Haushaltsentscheidungen aufgrund dieser Erfahrungen neu hinterfragt und revidiert. Und die Eltern haben geäußert, dass sie mehr Vertrauen in Schulen haben, an denen die Lehrkräfte an solchen Veranstaltungen teilnehmen.

„Ich empfand Stolz, als all diese vielbeschäftigten Menschen zu uns nach Hause kamen; und ich hielt Ihnen einen Vortrag, wie es in bengalischen Familien so zugeht“, sagte Herr Mujib, der Vater eines Schülers der George-Webster-Grundschule.

Community und Faith Walks sind seit 2008 ständig populärer geworden. Zwischen 2010 und 2012 nahmen Schulverwalter und Lehrer aus 15 Schulen an beispielhaften Community und Faith Walks teil und boten anhand dieser Vorbilder Exkursionen an ihren eigenen Schulen an. Gegenwärtig wird dem gesamten Personal im Programm Model Schools for Inner Cities des TDSB, das sich an Schulen in prioritären Stadtteilen richtet, eine Ausbildung zu diesem Prozess angeboten.

Damit das auch bei Ihnen funktioniert:

  • Gleichheit funktioniert von oben nach unten. Stellen Sie sicher, dass sich alle Ebenen Ihrer Organisation für Gleichstellungs- und Inklusionspraktiken einsetzen.
  • Achten Sie darauf, dass bei der Lernerfahrung eine in beiden Richtungen verlaufende Dynamik in entsteht. Schüler, Eltern und Gemeinschaftssprecher/Vertreter von religiösen Gemeinschaften sind auf ihrem jeweiligen Gebiet ebenfalls Experten.
  • Treffen Sie sich mit Mitgliedern der Gemeinschaft, Vertretern von religiösen Gemeinschaften und Eltern, bevor Sie sich in den Stadtteilen umsehen oder Kulturzentren besuchen. So kann gewährleistet werden, dass alle Parteien gemeinsame Ziele verfolgen.
  • Planen Sie ausreichend Zeit ein, um den Diskussionsrahmen festzulegen sowie um Fragen zu beantworten und eine Nachbesprechung zu ermöglichen.

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