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Oldham , Vereinigtes Königreich

PeaceMaker: Alle Menschen, alle Gemeinschaften

PeaceMaker

March 24, 2011

Die Situation von Jugendlichen verbessern, um die Selbstabschottung von Rassen in ihren eigenen Gemeinschaften zu überwinden


„Wir erkannten, dass Gemeinschaften zunehmend isoliert wurden und sich immer stärker nach innen wandten. Furcht und Verbitterung machten sich in einer ganzen Generation breit.“

Als Rajah Miah von der Hochschule in das Viertel zurückkehrte, in dem er aufgewachsen war, fand er eine Gemeinschaft vor, die durch ihre Verschiedenheit in gefährlicher Weise isoliert war und auf einen schwerwiegenden Zusammenbruch zusteuerte.

Die Selbstabschottung der asiatischen und weißen Gemeinschaften hatte zu sozialer Isolation geführt, die zunehmend in den öffentlichen Räumen des Viertels sichtbar wurde. Öffentliche Flächen waren immer häufiger ausschließlich von der einen oder der anderen Gruppe besetzt, zwischen denen es nur wenig oder gar keinen Kontakt gab.

Es gab Wohngebiete, in denen weiße Kinder nie ein asiatisches Kind kennen gelernt hatten und umgekehrt. Die meisten Grundschulen wurden nur von weißen oder nur von asiatischen Kindern besucht, und in vielen Sekundarschulen war es nicht viel anders.

Wenn die beiden Gruppen Kontakte miteinander hatten, waren diese von Misstrauen und Argwohn geprägt.

Eine Gruppe junger asiatischer Männer war über das Abrutschen in die Segregation so besorgt, dass sie beschlossen, etwas dagegen zu tun. Sie gründeten eine kleine Freiwilligenorganisation mit dem einfachen Ziel, diesen Niedergang zu stoppen. Zu diesem Zweck wollten sie Möglichkeiten für junge Menschen schaffen, junge Menschen aus anderen Gemeinschaften und Ethnien zu treffen, kennen zu lernen und sich mit ihnen anzufreunden.

Kontakte zwischen Gemeinschaften…
Die Gründer von PeaceMaker waren überzeugt, dass sich Jugendliche aus den beiden Gemeinschaften miteinander anfreunden würden, wenn sie erst einmal in Kontakt miteinander kommen würden, und dass sie dann auch erkennen würden, dass es zwischen ihnen deutlich mehr Ähnlichkeiten gäbe als Unterschiede. Sie begannen, indem sie ihre informellen Netzwerke und Kontakte in Jugendvereinen nutzten, um Gruppen miteinander in Kontakt zu bringen sowie eine Kultur des Dialogs und der Interaktion zu fördern.

Nach den Unruhen in Oldham im Jahr 2001, die zu den schwersten zählten, die es in Großbritannien je gab, gewann die Arbeit von PeaceMaker einen vollkommen neuen Stellenwert. In der angespannten Situation in Oldham und den umliegenden Städten im Norden erschien die Organisation wie eine Stimme der Hoffnung.

Die Bedeutung ihrer Botschaft wurde plötzlich klar. Untätig zu bleiben, während unterschiedliche ethnische „Gemeinschaften“ parallele, aber voneinander vollkommen unabhängige Eigenleben entwickelten, war nicht mehr akzeptabel.

Der Preis, den die Menschen zahlen mussten, sowie die sozialen und wirtschaftlichen Kosten waren einfach viel zu hoch. Gemeinschaften wurden sich bewusst, dass sie sich viel zu lange auf das Trennende zwischen ihnen statt auf das sie Vereinigende konzentriert hatten. Heute wenden sich die nationale Regierung sowie regionale und nationale politisch Verantwortliche immer häufiger an PeaceMaker, um herauszufinden, was die unterschiedlichen Gemeinschaften in Großbritannien über ihr Leben und ihre Wunschvorstellungen als britische Bürger sagen.

Um darüber Auskunft geben zu können, wandte sich PeaceMaker an Jugendliche. Die Organisation schickte ihre Jugendbotschafter mit dem Auftrag in die Gemeinschaften, Gespräche zu führen, und zwar nicht nur innerhalb der Viertel von Schwarzen und Asiaten, sondern auch in einige der am stärksten demoralisierten und benachteiligten weißen Viertel.

Indem PeaceMaker Informationen unmittelbar bei den Betroffenen einholte, konnte die Organisation Programme entwickeln, die deren Bedürfnissen Rechnung trugen. Seit der Gründung im Jahr 1997 ist PeaceMaker zu einer eigenständigen Organisation für die Erbringung von Dienstleistungen gereift, die Projekte einrichtet und durchführt, die die Möglichkeiten für multikulturelle Erfahrungen formell neu erfunden haben.

Für Jugendliche und durch Jugendliche
Die Herausforderung bei allen Programmen für Jugendliche besteht darin, sicherzustellen, dass sie für die Gruppen, die sie einbinden möchten, relevant bleiben.

Mit der Voraussicht, die schon bei der Gründung von PeaceMaker an den Tag gelegt wurde, begann die Organisation, Jugendliche – ihre Zielgruppe – direkt an ihrer Programmentwicklung und an der Führung von PeaceMaker zu beteiligen. Die Organisation ist stolz darauf, junge Menschen aus ihren Zielgemeinschaften in ihrer Führungsspitze zu haben, und richtete im Verwaltungsrat zwei ständige Sitze für Jugendvertreter ein.

Um die Relevanz der Organisation zu gewährleisten, hat PeaceMaker für Schulungen Jugendliche als Tutoren eingesetzt, und die jungen Menschen, die an den Proejkten teilnehmen, führen eine umfassende Evaluierung ihrer Tätigkeit durch.

Diese jungen Menschen überprüfen gemeinsam mit Kuratoren und leitenden Mitarbeitern die Programme auf ihre Relevanz und ihre Wirkung in Oldham und in Bezug auf die Interessen und Anliegen junger Menschen im ganzen Land. Diese Programmüberwachung ermöglicht PeaceMaker, Lücken bei der Erbringung von Dienstleistungen zu erkennen und neue Projektideen zu verfolgen, die den sich weiterentwickelnden Bedürfnissen und Anliegen sowohl in Oldham als auch in ganz Nordengland Rechnung tragen.

Erfolg
PeaceMaker hat kürzlich ein kleines Förderprogramm aufgelegt und kann jetzt junge Menschen aus der örtlichen Gemeinschaft noch besser ermöglichen, eigene Initiativen umzusetzen und ihre eigenen Erfahrungen einzubringen. Diese Aktivitäten tragen wirksam zur Bekämpfung des Stereotyps bei, dass sich junge Menschen, insbesondere aus einem benachteiligten Umfeld, nicht für ihre Gemeinschaft interessieren oder einsetzen. Indem PeaceMaker jungen Menschen aus der Gemeinschaft für die Öffentlichkeit sichtbar Verantwortung überträgt, unterstützt die Organisation die Sichtweise, dass junge Menschen eine wertvolle Ressource sind, die auf die Zukunft der Stadt positiven Einfluss nehmen können.

In ihrer Bewerbung für diese Fördergelder mussten die Antragsteller erläutern, was sie mit 1.000 britischen Pfund zugunsten ihrer örtlichen Gemeinschaft tun würden und einen Entwurf zu einem Drehbuch für einen Dokumentarfilm über ihre Gemeinschaft ausarbeiten.

Die drei Gewinner – eine örtliche Fußballmannschaft, eine Gruppe weißer Jugendlicher aus der Arbeiterklasse und eine Mediengruppe von einer örtlichen Sekundarschule – nahmen am gemeinschaftsübergreifenden Mentoring-Programm von PeaceMaker teil. Durch dieses Projekt gelangten sie in Kontakt zu den Mentoren von PeaceMaker mit ihrem vielfältigen Hintergrund, nahmen an Filmseminaren sowie Workshops teil und entwarfen und drehten anschließend ihren eigenen Dokumentarfilm über ihre Gemeinschaft.

Diese Filme wurden örtlichen Dienstleistungsanbietern und Entscheidungsträgern vorgeführt, damit sie auf diesem Weg die Bedürfnisse und Anliegen der jungen Menschen und ihrer Gemeinschaften in deren eigenen Worten kennen lernen konnten. Die Filme wurden auch auf britischen und internationalen Filmfestivals für junge Menschen gezeigt, um die Arbeiten einem breiteren Publikum vorzustellen.

Vor zwei Jahren begann der 24-jährige Shipon Uddin seine Tätigkeit als Mentor für den 16-jährigen Ryan Newton, der in der Neubausiedlung Holts Village in Oldham wohnt. Im Rahmen des PeaceMaker-Programms drehten sie ein Video über die Erfahrungen junger Weißer und Asiaten in Oldham. Das Video wurde mittlerweile in Burnley, Bradford, Newcastle upon Tyne und London vorgeführt.

Uddin sagte: „Ich lebe in einem gemischten Wohngebiet. Aber als die Unruhen ausbrachen, ging ich an den weißen Gleichaltrigen vorbei, ohne sie anzusehen. Sie schlugen die Augen nieder, und ich schlug ebenfalls die Augen nieder. Ich war nicht in irgendwelche Auseinandersetzungen verwickelt, aber einer meiner Freunde wurde niedergeschlagen. Wenn man in Oldham lebt, fällt einem auf, dass die unterschiedlichen Gruppen unter sich bleiben. Das hat mir nicht gefallen. Es ist nur unsere Hautfarbe, die uns trennt.“

„Als wir die Jugendlichen aus Holts Village kennen lernten, stellten wir fest, dass wir viele gemeinsame Interessen hatten, beispielsweise Sport und Filme. Und manche dachten genau das Gleiche wie ich. PeaceMaker hat meine Sichtweise verändert. Das Projekt bringt einen dazu, über die Menschen in Großbritannien nachzudenken.“

Heute lautet das Motto von PeaceMaker „Alle Menschen, alle Gemeinschaften“, und die Integrationsagenda der Organisation gilt als der „Weg Großbritanniens in die Zukunft“.

Damit das auch bei Ihnen funktioniert:

  • Erkennen Sie die Gefahr, die mit der Selbstabschottung von Gemeinschaften verbunden ist.
  • Ermitteln Sie in der Gemeinschaft die Jugendlichen mit Führungsqualitäten und übertragen Sie ihnen Verantwortung, um zur Überwindung der die Gruppen trennenden Gräben beizutragen.

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Maytree