Lernen

New York, Vereinigte Staaten

Spracherwerb im globalen Klassenzimmer

Internationals Network for Public Schools

April 18, 2012

Eine innovative High School mitten in der Stadt lädt jugendliche Einwanderer ein, wieder zur Schule zu gehen, um voneinander zu lernen

Ich arbeite gern in Gruppen. Ich glaube, man lernt auf diese Weise, die Kulturen der anderen Gruppenmitglieder zu schätzen. Beispielsweise erfuhr ich in meinen Gesprächen mit meiner Hindugruppe, dass sie an viele unterschiedliche Götter glauben. Das ist wichtig für mich: Wenn ich Leute kennenlerne und etwas über ihre Glaubensbekenntnisse weiß, können wir Gedanken austauschen. – Ashley

Ashley besucht die zehnte Klasse an der International High School auf dem Gelände des LaGuardia Community College. Sie kommt ursprünglich aus Ecuador. Um versetzt zu werden, müssen Zehntklässler eine Mappe mit mehreren schriftlichen Arbeiten zusammenstellen, die sowohl von Lehrern als auch von Mitschülern beurteilt werden. Die obenstehenden Sätze stammen aus Ashleys Mappe – konkret aus einem Besinnungsaufsatz, den sie über ihre Bildungserfahrungen verfasste.

Wie viele junge Einwanderer in den Vereinigten Staaten muss Ashley eine fast muttersprachliche Beherrschung der englischen Sprache erwerben und erfolgreich den Lehrplan an der High School absolvieren, um ihren Abschluss zu machen und die Chancen so gut wie möglich zu nutzen, die ihr neues Land ihr bietet.

Von Englisch über Weltkultur zu Amerika

Das Internationals Network for Public Schools hat sich zum Ziel gesetzt, Ashley und Zehntausenden anderer Schülerinnen und Schüler wie sie zu helfen, ihren Weg zu Schulbildung und zukünftigem Erfolg zu finden, indem sie ihnen ein schulisches Umfeld bietet, dass auf die Berücksichtigung des Bedarfs junger Einwanderer zugeschnitten ist.

Wenn das größte Problem für den Erfolg von Schülern mit Migrationshintergrund der Erwerb ausreichender Kompetenz in akademischem Englisch für den High-School-Abschluss ist, so ist das größte Hindernis die Zeit. Nach Auskunft von Professor Marcelo Suárez-Orozco von der New York University benötigt ein nicht Englisch sprechender Schüler unter optimalen Bedingungen fünf bis sieben Jahre, um die akademische Sprachkompetenz einheimischer Gleichaltriger zu erwerben. Damit Schüler mit Migrationshintergrund eine realistische Chance haben, diese Hürde zu überwinden, werden Sonderprogramme benötigt. Hier setzte Internationals an.

Das Netzwerk von Internationals

Internationals wurde 1985 gegründet und ist ein Netzwerk kleiner öffentlicher High Schools, die Teil des staatlich finanzierten Bildungssystems in den Vereinigten Staaten sind. Das Netzwerk von Internationals unterscheidet sich von gewöhnlichen High Schools, indem es sich ausschließlich an die Bevölkerung wendet, die noch die englische Sprache erlernen muss. Heute gibt es zwölf solcher Schulen in zwei Bundesstaaten mit besonders hohen Einwandereranteilen: New York und Kalifornien.

Die Schüler an den Schulen von Internationals stammen aus mehr als 90 Ländern und sprechen mehr als 50 unterschiedliche Sprachen. Die Schulen sind so vielfältig wie die Schüler, die sie ausbilden: An einem Standort in der Bronx beispielsweise stammen alle aus Lateinamerika, während die Zusammensetzung an einer anderen gemischt ist: 36 Prozent Hispanoamerikaner, 31 Prozent Asiaten, 10 Prozent Europäer und 23 Prozent Schwarze (aus Afrika und Haiti). Alle Schüler stehen jedoch vor dem gleichen Problem: möglichst gut Englisch zu lernen, die notwendige soziale Kompetenz zu erwerben, um in sozialen Interaktionen zu bestehen, und die Inhalte eines Lehrplans zu erlernen, auf den sie in ihren Herkunftsländern vielleicht nicht vorbereitet wurden.

Unterstützung von Gleichaltrigen

Internationals verfolgt einen kooperativen integrierten Bildungsansatz. Der Spracherwerb erfolgt sowohl in allen themenzentrierten Unterrichtsstunden als auch durch speziellen Sprachunterricht. Lehrerteams fungieren als Gruppen, „um den Lehrplan und den Unterricht zu planen und um Entscheidungen in Bezug auf die akademische, die sprachliche sowie die soziale und emotionale Entwicklung ihrer Schüler zu treffen“. Im Unterricht arbeiten die Schüler in kleinen Gruppen mit anderen zusammen, die ihre Muttersprache sprechen. Dies ermöglicht es denjenigen, die besser Englisch sprechen, solchen, für die die Sprache noch neu ist, in der ihnen vertrauten Muttersprache zu helfen.

Durch die Entwicklung der Fähigkeiten ihrer Schüler – und die Schaffung von Vertrauen – helfen die Schulen von Internationals nicht nur ihren Absolventen, sondern auch den Gemeinschaften, in denen diese leben. Die große Mehrheit dieser Schüler kommt aus Familien mit niedrigem Einkommen. Jeder Schüler, der den Schulabschluss erwirbt und anschließend studiert, hat erheblich verbesserte Chancen, der Armut zu entkommen und ein Beiträge leistender, partizipierender, erfolgreicher Bewohner seines neuen Landes zu werden.

Erfolg

Die Abschlussquoten der Schulen von Internationals, die überwiegend im Bundesstaat New York angesiedelt sind, sind bei den Schülern, die noch Englisch lernen, doppelt so hoch wie in ihrer Region insgesamt. Und bemerkenswerte 90 Prozent der Absolventen gehen weiter an die Hochschule. 2007 gab die Stadtverwaltung von New York fünf der sechs Schulen in ihrem Gebiet die Note „A“, und im selben Jahr waren drei der führenden 20 Schulen in der Stadt Schulen von Internationals. Die Anwesenheitsquoten sind ähnlich beeindruckend und reichen von 88 bis 95 Prozent.

Die Schulen von Internationals werden von einem breiten Netzwerk unterstützt, zu dem auch die Bill & Melinda Gates Foundation und die Carnegie Corporation in New York zählen. 2009 wurde das Internationals Network for Public Schools Gewinner eines der Preise E Pluribus Unum.

Damit das auch bei Ihnen funktioniert:

  • Integrieren Sie das Sprachenlernen zusätzlich zu separatem Sprachunterricht in alle Fächer.
  • Geben Sie Lehrern die Flexibilität, den Lehrplan umzugestalten, um dem Bedarf einer sich durch Vielfalt auszeichnenden Schülerschaft Rechnung tragen zu können.
  • Wählen Sie einen Teamarbeitsansatz für Schüler mit ähnlicher Muttersprache, damit sie einander unterstützen und von der Erfahrung profitieren können, von Gleichaltrigen zu lernen.

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Kontakt:

Claire Sylvan, Executive Director , Internationals Network for Public Schools
New York, New York, United States,
claire.sylvan@internationalsnetwork.org
http://www.internationalsnps.org

E Pluribus Unum Prizes 2009 Winner - Internationals

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