Leben

Amadora , Portugal

Das Generationsprojekt: Gemeinschaftspartnerschaften für Jugendliche

Calouste-Gulbenkian-Stiftung, Stadtrat von Amadora, Amt des Hohen Beauftragten für Zuwanderung und interkulturellen Dialog

May 24, 2011

Kreative Gemeinschaften erfüllen die Bedürfnisse von Jugendlichen mit Hilfe von Investitionen in Humankapital

Der Bezirk Casal da Boba gehört zur Stadtgemeinde Amadora nordwestlich von Lissabon. Casal da Boba umfasst etwa 700 Häuser. Mehr als 50 Prozent der Bevölkerung sind zwischen 10 und 24 Jahre alt, und die meisten Einwohner stammen aus Kap Verde. Die Bevölkerung in dem Gebiet ist auch sehr stark von Arbeitslosigkeit, niedrigem Einkommen sowie familiärer Instabilität betroffen, und vielen fehlen ein Aufenthaltstitel und gültige Papiere.

Die hohe Zahl der Straftaten in dem Gebiet und die Sorge, dass sich diese Faktoren im Lauf der Zeit nur weiter verschärfen würden, führten zur Entstehung einer starken öffentlichen und privaten Partnerschaft mit dem Schwerpunkt auf Lösungen, die es ermöglichen würden, einer weiteren Generation das Schicksal anhaltender Armut und Ausgrenzung zu ersparen.

Das Ziel des Projekts war, für eine in dieser Gemeinschaft lebende Generation die verfügbaren Optionen zu verändern, den Hauptfaktor für den sozialen Ausschluss zu bekämpfen und zu verhindern, der sich auf die Jugendlichen auswirkt, und ihnen stattdessen reale Chancen zu eröffnen.

Gemeinsam mit der Stadtverwaltung von Amadora, der Calouste-Gulbenkian-Stiftung und dem Amt des Hohen Beauftragten für Zuwanderung und interkulturellen Dialog (ACIDI) wurde eine Organisationspartnerschaft mit Akteuren und Vertretern örtlicher Behörden für Bildung, Berufsausbildung, Sozialfürsorge und Gesundheit gegründet. Der private Sektor beteiligte sich ebenfalls in nicht unerheblichem Maß.

Das Projekt verkehrte die traditionellen Rollen und Vorgehensweisen öffentlicher und privater Organisationen. Beispielsweise arbeiteten Mediatorenteams mit Sozialarbeitern zusammen, und Freiwillige aus der Gemeinschaft traten vor Ort in einen Dialog mit Einwohnergruppen ein. Das außerordentlich breite Spektrum der Akteure, die an diesem Programm beteiligt waren, umfasste letztlich Anthropologen, Ökonomen, Sprachlehrer, Führungskräfte aus der Wirtschaft, Ausbildungskräfte für das Friseurhandwerk, Musiker, Psychologen, Animatoren, Geiger sowie Bibliothekare und einen Pfarrer.

Um das Hauptziel zu erreichen, die für eine Generation von Jugendlichen in Casal da Boba verfügbaren Chancen zu verändern, wurde auf der Grundlage von Altersgruppen und konkreten Hürden eine Reihe von Programmen ausgearbeitet.

Dazu zählten eine Jugendwerkstatt, um mit Lern- und Bildungsunterstützung dem Fernbleiben vom Unterricht und Schulabbrüchen entgegenzuwirken, ein Programm zur direkten und persönlichen Betreuung von Jugendlichen, die mit dem Gesetz in Konflikt geraten waren, ein Programm zur Steigerung der Attraktivität der Schule und zur Verbesserung der Anwesenheit durch das Angebot von Basketball, Theaterspielen und Trommelkursen an der Schule, Haarschneidekurse in Frisiersalons für Schulabbrecher, ein Gesundheitsförderprogramm, in dessen Rahmen Sprachtherapie durchgeführt, Brillen ausgegeben und Zahnbehandlungen vorgenommen wurden, ein Programm für die Nachmittagsbetreuung von Kindergartenkindern mit Theaterspielen, Tanzen sowie Malen und Basteln sowie ein Programm zur Unterstützung junger Mütter.

Andere Programme boten Ausbildungsbegleitung mit einer Brückenfunktion zwischen dem Bezirk und der Außenwelt. Sechs Monate nach Aufnahme dieses Programms betreuten die Begleiter 226 Jugendliche mit hohem Risiko.

Darüber hinaus wurden ein Jugendorchester gegründet, ein Programm zur Feststellung der Gleichwertigkeit des Bildungsstands für Schüler der neunten Klasse durchgeführt und in Zusammenarbeit mit den Städten Rotterdam und Mailand eine internationale Messe veranstaltet, auf der sich die vor Ort arbeitenden Organisationen präsentierten.

Erfolg

Den Erfolg des Programms belegen die Zahlen der Jugendlichen aus der Gemeinschaft, die daran teilnehmen konnten. Die Jugendwerkstatt wurde regelmäßig von 40 Jugendlichen besucht, an dem Programm zur Steigerung der Attraktivität der Schule und zur Verbesserung der Anwesenheit nahmen mehr als 180 Jugendliche teil und an dem Programm für Kindergartenkinder mehr als 75 Kinder. Alle Teilnehmer an den Haarschneidekursen erhielten Stellen oder Volontariate bei Frisiersalons.

Ausgewählte Bibliotheksressourcen zu dieser guten Integrationsidee finden Sie im Kasten auf der rechten Seite.

Damit das auch bei Ihnen funktioniert:

  • Fragen Sie, ob es eine Möglichkeit gibt, dass Sie oder Ihre Organisation dazu beitragen können, Akteure in Programme einzubinden, die normalerweise nicht an solchen teilnehmen würden, damit sie ihre Fertigkeiten an ausgeschlossene oder marginalisierte Gruppen weitergeben können.

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Kontakt:

Jorge Miranda
Municipality of Amadora, Department of Education and Culture
Av. Gago Coutinho, 49 – 3.º Andar
Amadora, Portugal,
P-2700405
+351 96 5861567
tims(at)netcabo.pt
http://www.cm-amadora.pt



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