Leben

Paris, Frankreich

Der Schlüssel zu Frankreich – das Ziel muss nicht unbedingt Paris sein

France Terre d’Asile

March 24, 2011

Unterkunft und Beschäftigungsmöglichkeiten helfen Flüchtlingen, neue Ziele in anderen französischen Städten zu entdecken

Als Anouka in Frankreich als Flüchtling eintraf, ließ sie sich wie die meisten Neuankömmlinge im Großraum Paris nieder.

Es liegt in der Natur der Sache, dass es in urbanen Zentren mehr Zuwanderer und Flüchtlinge gibt.

Warum?
In Großstädten wie Paris ist die Chance größer, ihresgleichen zu treffen, und sie scheinen auf kurze Sicht auch bessere Beschäftigungsmöglichkeiten und mehr Ressourcen zu bieten.

Derzeit leben mehr als 40 Prozent aller nach Frankreich Zugewanderten im Großraum Paris. Dazu zählen auch 180.000 Asylbewerber und Flüchtlinge, denen ein Bleiberecht aus humanitären Gründen gewährt wurde. Paris ist auch der Wohnort von 41 Prozent der Asylbewerber und 51 Prozent aller Flüchtlinge, die in Frankreich leben.

Im Allgemeinen konzentrieren sich diese Zuwanderer auf die Vorstädte von Paris, die so genannte Banlieue.

Das Resultat ist eine hohe Bevölkerungsdichte, die die Ballungsraumprobleme verschärft und es schwieriger macht, Wohnung und Arbeit zu finden. Es hindert das Aufnahmeland auch daran, den potenziellen Nutzen der Qualifikationen und Talente dieser Neuankömmlinge voll auszuschöpfen.

Das Projekt „Der Schlüssel zu Frankreich“ hat sich zum Ziel gesetzt, diesem Ungleichgewicht entgegenzuwirken.

Neuankömmlinge, die sich in Gebieten mit Fachkräftemangel und einem breiteren Wohnraumangebot niederlassen, haben besseren Zugang zu Unterkunfts- und Beschäftigungsmöglichkeiten. Das Mobilitätsprojekt „Der Schlüssel zu Frankreich“ bietet Migranten, die zuvor Schwierigkeiten hatten, sich in die Gesellschaft des Aufnahmelandes zu integrieren, eine größere Chance, eine stabile soziale, familiäre und berufliche Situation zu erreichen. Einen festen Arbeitsplatz und eine eigene Wohnung zu haben, trägt auch zu größerer Anerkennung und besseren Beziehungen in der Gesellschaft des Aufnahmelandes bei.

Neuankömmlinge dazu zu bewegen, sich außerhalb von Paris niederzulassen, ist auch ein Teil der Lösung der Beschäftigungsprobleme in Gebieten mit einem Fachkräftemängel in der Erwerbsbevölkerung vor Ort. Städte wie Chaumont, Melun oder Saint Denis mit schrumpfender Erwerbsbevölkerung haben dringenden Bedarf an Qualifikationen, die Zuwanderer wie Anouka zu bieten haben.

Hintergrund…
Das Projekt „Der Schlüssel zu Frankreich“ wurde 2004 von der französischen nichtstaatlichen Organisation France Terre d’Asile aufgenommen, die sich seit 1971 für die Rechte von Migranten einsetzt. Heute gibt es 31 Zentren im gesamten Land, die Asylbewerbern Unterkunft und Beratung bieten und ihnen helfen, die Regionen zu finden, in denen ihre Qualifikationen am meisten benötigt werden.

Das Besondere an dem Projekt „Der Schlüssel zu Frankreich“ ist der ganzheitliche und personenbezogene Ansatz zur Ansiedlung von Neuankömmlingen.

Nach einem Gespräch zur Beurteilung der aktuellen Situation des jeweiligen Kandidaten erstellen die Programmmitarbeiter einen individuellen Mobilitätsplan für die betreffende Person.

Als Nächstes erhalten die Teilnehmer Informationen über die Region, in der ihre Qualifikationen gefragt sind und Kontaktadressen für die Arbeit- und Wohnungssuche. Gegebenenfalls können Teilnehmer auch eine berufliche Fortbildung erhalten, um ihre Beschäftigungschancen zu verbessern.

Der Umsiedlungsprozess dauert durchschnittlich vier bis fünf Monate, und Terre d’Asile vergibt an die Teilnehmer auch einen Kredit oder eine Beihilfe, um den Umzug zu unterstützen.

Mitarbeiter am neuen Wohnort überprüfen, ob die Teilnehmer sich in ihrer neuen Wohnung und in der Kommune gut eingelebt haben.

Erfolg…
Seit der Aufnahme des Projekts haben mehr als 500 Neuankömmlinge die Umsetzung ihres Mobilitätsplans abgeschlossen und damit begonnen, kleinere Städte in ganz Frankreich zu neuen Zielen für Zuwanderer und Flüchtlinge zu machen.

Mit jeder Person, die neu angesiedelt wird, vergrößern sich die Chancen, die Vorteile der Zuwanderer in zuvor übersehenen Städten und Großstädten nutzen zu können.

Damit das auch bei Ihnen funktioniert:

  • Niemand lässt sich in einem Vakuum nieder. Die besten Beschäftigungsergebnisse werden erzielt, wenn Personen, die über Fertigkeiten und Qualifikationen verfügen, auch erschwinglichen Wohnraum sowie Zugang zu Institutionen und Gemeinschaftsdiensten haben.
  • Kunden auf Veränderungen vorzubereiten, ebnet auch den Weg zum Erfolg. Gibt es andere Arten von Informationen oder Dienstleistungen, die Sie anbieten können, um Ihre Kunden auf Veränderungen vorzubereiten?
  • Wie bei der Ansiedlung trägt zum Erfolg am Arbeitsplatz die gelungene soziale Integration der betreffenden Person und ihrer Familie am neuen Wohnort und im neuen Viertel bei.
  • Was können Sie als Arbeitgeber tun, um diesen Prozess zu unterstützen?

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Kontakt:

Maelenn Le Capitaine
24, rue Marc Seguin
Paris, France,
75018
00.33.1.53.06.64.20
mlecapitaine@france-terre-asile.org
http://www.france-terre-asile.org

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