Arbeiten

Philadelphia, Vereinigte Staaten

Die Philadelphia-Story: Wirtschaftliche Integration durch integrierte Dienstleistungen

Stadtverwaltung von Philadelphia, Amt für Wirtschaftsförderung

June 1, 2012

Der Zugang zu Kapital und Geschäftsberatung fördert den unternehmerischen Erfolg und trägt zur Wiederbelebung von Stadtteilen bei

Kaita Lassina träumt von neuen Hebebühnen für seine acht Jahre alte Autoreparaturwerkstatt, und er möchte seinen Betrieb vergrößern. Ohne einen förmlichen Bonitätsnachweis von der Bank ist es für ihn jedoch schwierig, das Geld aufzubringen, das er dafür braucht.

Der Zugang zu Kapital stellt für viele Unternehmer mit Migrationshintergrund ein Problem dar. Manche Eigentümer von Betrieben werden Mitglied informeller Kreditgruppen, um an die Mittel zu kommen, die sie brauchen. Sich außerhalb der formellen Wirtschaft zu bewegen, kann möglicherweise aber auch weiteres Wachstum verhindern.

Die Stadtverwaltung von Philadelphia versucht, die Distanz zwischen Unternehmern mit Migrationshintergrund und etablierten Finanzinstituten zu überbrücken. Mit einem Modell für revolvierende Kredite, das vielen Migrantengemeinschaften vertraut ist, hilft die Rotating Savings and Credit Association (ROSCA) Kleinunternehmen wie Lassinas Autoreparaturwerkstatt, kreditwürdig zu werden.

Die Stadtteile in Philadelphia wiederbeleben

Die Zukunft Philadelphias hängt von Zuwanderern ab. Von 2000 bis 2010 wuchs die Bevölkerung in Philadelphia um 0,6 Prozent. Es war die erste Bevölkerungszunahme seit 1950, und sie hing unmittelbar mit der Zuwanderung zusammen. 2010 gehörten mehr als 20 Prozent der Bevölkerung einer sprachlichen oder ethnischen Minderheit an, gegenüber 9 Prozent ein Jahrzehnt früher. Traditionell italienische oder irische Stadtbezirke werden jetzt von den größten vietnamesischen, kambodschanischen, mexikanischen, laotischen und indonesischen Gemeinschaften der Stadt bewohnt. Dies spiegelt sich nirgends besser wider als in der Welt der kleinen Geschäftsleute. Überall in der Stadt sind die kommerziellen Korridore in Philadelphia von einer unglaublichen Vielfalt geprägt. Neuankömmlinge haben in früher leerstehenden Teilen der Stadt investiert, was verstärkte kommerzielle Aktivitäten mit sich brachte, und neue Unternehmer, die ihre Betriebe während eines Konjunkturabschwungs aufrechterhalten und vergrößern wollten.

Bei der Stadtverwaltung von Philadelphia erkannte man rasch, welche Rolle Unternehmer mit Migrationshintergrund bei der kommunalen Wiederbelebung spielten, da sie Güter und Dienstleistungen für die Stadtteilbewohner anboten und einen Beitrag zur Entwicklung der lokalen Wirtschaft leisteten. Damit sich Unternehmer mit Migrationshintergrund im System zurechtfanden, stellte das Amt für Wirtschaftsförderung mehrsprachiges, multikulturelles Personal ein und bot Sprachdienstleistungen an. Programme für fachliche Unterstützung und Sprachunterricht waren jedoch nicht das Einzige, was getan werden musste, um Unternehmern mit Migrationshintergrund zu geschäftlichem Erfolg zu verhelfen. Diese benötigten auch Zugang zu Krediten, damit sie ihre Betriebe vergrößern konnten, und das Vertrauen, dass Finanzinstitute ihnen dabei helfen konnten, nachhaltige Investitionspraktiken entwickeln.

Kreditgruppen

Die ROSCA wurde 2010 ins Leben gerufen. Die Stadtverwaltung bat damals zwei ihrer kommunalen Partner, die Kleinkreditgeber FINANTA and Entrepreneur Works, ein Programm für revolvierende Kredite auszuarbeiten und zu koordinieren, mit dem Unternehmern mit geringem Einkommen geholfen werden konnte. Die ROSCA-Kreditgruppen bestehen üblicherweise aus 14 Unternehmern, die einen Kredit in Höhe von 1.400 US-Dollar erhalten und über einen Zeitraum von 15 Wochen wöchentlich 100 US-Dollar zurückzahlen müssen. Die Teilnehmer erhalten dadurch Bonität und entwickeln gleichzeitig professionelle Netzwerke und Beziehungen zu Kreditgebern (die Informationen an Auskunfteien weitergeben). Geschäftsberatungs-Workshops helfen Unternehmern dabei, ihre geschäftlichen Abläufe zu verbessern und zu erkennen, wie wichtig Kredite und ständige Investitionen für ihre Betriebe sind.

Erfolg
Das Amt für Wirtschaftsförderung bietet ROSCA-Mitgliedern Englischkurse für Unternehmer an, damit diese ihren Kundendienst verbessern und ihre Verkäufe steigern können. Von Dienstleistungspartnern wie dem Welcoming Centre for New Pennsylvanians werden Kurse in Mandarin, Französisch, Koreanisch und Spanisch angeboten. Dort werden den Unternehmern die Nuancen des amerikanischen Englisch beigebracht – wie beispielsweise, dass sie nicht verletzt sein sollen, wenn ein Kunde zur Begrüßung „Yo!“ sagt. Zu den Themen gehören auch die Kommunikation über kulturelle Grenzen hinweg sowie Konfliktlösung, Betriebsschutz und -sicherheit.

Durch die kombinierten Programme zur Unterstützung von Unternehmern in Philadelphia werden Stadtteile in der Stadt wiederbelebt. Gleichzeitig sind die Bemühungen der Stadtverwaltung um die wirtschaftliche Entwicklung integrativer und erfolgreicher.

„Dadurch, dass die Aufnahme von Kleinkrediten mit dem Aufbau von Kreditwürdigkeit verbunden ist, trägt dieses Programm zum langfristigen Überleben der Unternehmer, ihrer Betriebe und der Arbeitsplätze, die sie anbieten, bei“, sagte Bürgermeister Michael Nutter.

Damit das auch bei Ihnen funktioniert:

  • Arbeiten Sie mit Organisationen zusammen, die bereits Erfahrung mit und Beziehungen zu den Gemeinschaften haben, die angesprochen werden sollen.
  • Bieten Sie die Dienstleistungen nicht im Rathaus, sondern in den Stadtteilen der Zuwanderer an.
  • Es reicht nicht, Zugang zur Sprache anzubieten; Dienstleistungen, die den Bedürfnissen der ums Überleben ihrer Betriebe kämpfenden Unternehmer entgegenkommen, müssen zusätzlich angeboten werden.

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Shinjoo Cho, City of Philadelphia
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Philadelphia, Pennsylvania, United States,
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Shinjoo.Cho@phila.gov
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