Verbinden

Frankfurt, Deutschland

Vielfalt bewegt Frankfurt

Stadt Frankfurt am Main, Amt für multikulturelle Angelegenheiten (AmkA)

September 24, 2012

Unterwegs auf der virtuellen Datenautobahn – eine öffentliche Befragung über Integration

indexIn Frankfurt ist die Integration von Zuwanderern nicht nur gut für das Geschäft, sondern auch Aufgabe aller Einwohner. Die international bekannte „Stadt des Euro“ hat sich nicht nur hinsichtlich des städtischen Finanzausgleichs einen soliden Ruf erworben. Frankfurt hat mit der Entwicklung und Umsetzung der frühesten integrationspolitischen Maßnahmen in Deutschland eine Vorreiterfunktion übernommen.

Eine Stadt im Wandel

Die Stadt Frankfurt war die erste deutsche Stadt, die sich in den 1980er Jahren ernsthaft mit der Integration von Zuwanderern auseinandersetzte. 1989 wurde das Amt für multikulturelle Angelegenheiten (AmkA) geschaffen, das erste seiner Art in Deutschland. Integrationsinitiativen wie Mama lernt Deutsch – Papa auch, die anfangs kritisch betrachtet wurden, gelten heutzutage auf nationaler und internationaler Ebene als beispielhaft.

Der Frankfurter Ansatz ist ein Erfolgsmodell. 2009 lebten in Frankfurt internationale Migranten aus 170 Ländern und von den 670.000 Einwohner n hatten 37 Prozent einen Migrationshintergrund. Das bedeutet, dass die Vielfalt in der Stadt weit über das einst verbreitete Bild einer Migrantenbevölkerung überwiegend aus der Türkei und Italien hinausgeht.

Die Wissenschaft um Rat fragen

2009 wurden unter Führung des AMKA und der Magistratskommission für Gleichberechtigung und Integration zwei ausgewiesene Fachleute beauftragt, eine Art Vorlage für einen öffentlichen Dialog zu erstellen. Unter den erarbeiteten Empfehlungen war auch die Idee, dass Integration „die Realität und das besondere Potenzial von Frankfurt als europäische Metropole globaler Kultur mit berücksichtigen sollte“. Anders ausgedrückt war Frankfurt also beides, eine Stadt mit hoher Zuwanderung und eine internationale Finanzmetropole, sollte aber für „neues Engagement sowie bessere Kooperation und Koordination“ unter den wichtigen Akteuren sorgen.

Ich bin Frankfurter, weil …

Um ihre Bewohner zu befragen, was Integration für sie bedeutete, rief die Stadtverwaltung die Kampagne Vielfalt bewegt Frankfurt ins Leben. Das wichtigste Medium dafür wurde die Website Vielfalt bewegt Frankfurt.

Die interaktive Online-Komponente der Kampagne umfasste drei Phasen. Zu Beginn wurden die Bürger aufgefordert, Videos oder Blog-Einträge zu dem Thema „Ich bin ein Frankfurter, weil …“ einzusenden. Als Nächstes wurde die Öffentlichkeit darum gebeten, an fünf Befragungen teilzunehmen, und damit zur Entscheidung über wichtige Themen und Prioritäten für das Projekt beizutragen. In der letzten Phase wurde nach neuen Ideen gefragt, die vielleicht in dem Prozess nicht berücksichtigt wurden. Alle drei Phasen wurden in insgesamt weniger als sechs Monaten abgeschlossen.

Um zu gewährleisten, dass der Prozess auch wirklich funktionierte, wurden auch konventionelle direkte Befragungen durchgeführt. Dazu gehörten auch Informationsveranstaltungen einschließlich Besuchen bei Behörden, Schulen, Institutionen und Plätzen in der Stadt, um die Öffentlichkeit nach ihrer Meinung zu fragen. In insgesamt 46 projektbezogenen Veranstaltungen kam die Frankfurter Bevölkerung mit ihrer Meinung zu Wort, unter anderem bei einem Live-Chat mit der Integrationsdezernentin.

Erfolg

Am Schluss der Befragung hatten sich mehr als 47.000 Menschen aus allen Bereichen der Frankfurter Gesellschaft an dem Prozess beteiligt. Der öffentliche Diskurs konnte jetzt auf der Grundlage einer umfassenderen Sicht von Integration stattfinden, einschließlich der Erkenntnis, dass die Vielfalt in Frankfurt in Wirklichkeit noch größer war, als man angenommen hatte.

Im September 2010 verabschiedete der Frankfurter Magistrat das neue, vom AMKA entwickelte Integrationskonzept.index

Damit das auch bei Ihnen funktioniert:

  • Beginnen Sie mit den Fakten! Bitten Sie die auf diesem Gebiet führenden Akademiker Ihrer Stadt, eine Grundlagenstudie zur Integration zu erarbeiten.
  • Bieten Sie ein Online-Forum an, das zeitgebunden ist, damit die Dringlichkeit des Projekts deutlich wird.
  • Gehen Sie so oft wie möglich und in möglichst vielfältiger Art und Weise – über Print- und Online-Medien, Poster, Radio und Fernsehen – an die Öffentlichkeit. Anschließend machen Sie mit direkten Befragungen weiter, um zu gewährleisten, dass das Projekt ausreichend bekannt wird und die Öffentlichkeit in Ihrem Sinne darauf reagiert.

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Kontakt:

Dr. Armin v.Ungern-Sternberg , Stadt Frankfurt am Main, Der Magistrat Dezernat XI – Integration
Lange Straße 25-27
Frankfurt am Miam, Germany,
D-60311
v.ungern-sternberg@stadt-frankfurt.de
http://www.stadt-frankfurt.de/amka

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