Lernen

Nürnberg, Deutschland

Von der Wiege ins Klassenzimmer

Stadt Nürnberg, Lernen vor Ort Nürnberg

September 27, 2012

Die nächste Generation auf zukünftigen Erfolg vorzubereiten, ist ein wichtiges Ziel in den Vorstellungen der Stadtverwaltung für die Zukunft der Stadt

Mehr als die Hälfte der Kinder unter sechs Jahren in der deutschen Großstadt Nürnberg sind Migranten. Dennoch ergaben Untersuchungen für einen Bericht, der im Auftrag des Integrationsrats der Stadt und seiner Partner erstellt wurde, dass in Einrichtungen der frühkindlichen Bildung wie Kindertagesstätten und Kindergärten für Kinder unter drei Jahren Migrantenkinder deutlich unterrepräsentiert sind.

Die nächste Generation auf zukünftigen Erfolg vorzubereiten, ist ein wichtiges Ziel in den Vorstellungen der Stadtverwaltung für die Zukunft der Stadt. Die Verwaltung bemüht sich deshalb, den Zugang aller Einwohner zur frühkindlichen Bildung zu verbessern. Der Kindergarten, die Eltern und das soziale Umfeld gelten als wesentliche Faktoren für den Erfolg in der formellen Bildung und auch als wichtige Träger der Sozialisation dieser Kinder. Dies ist zu einem zentralen Thema der nationalen Bildungsdebatte geworden. In Nürnberg wird Bildung ebenfalls hohe Priorität beigemessen. Das Ziel der Verwaltung ist ein inklusiver Ansatz zur Bildung in der Stadt, der den schulischen Erfolg aller Kinder gewährleistet.

Ursprünglich konzentrierte sich die Initiative auf Jugendliche. Im Sinne des lebenslangen Lernens von Anfang an umfassen die Maßnahmen aber auch viele weitere Handlungsfelder wie Kindergärten, Aktivitäten in Schulen, Anerkennung von Zeugnissen und Qualifikationen von Zuwanderern sowie Newsletter zu Kulturthemen. Als Teil dieses Prozesses werden in Nürnberg formelle Bildungsprogramme einem sorgfältigen Monitoring unterzogen, um Erkenntnisse zu der Frage zu gewinnen, wie sich die Bildungspartizipation und die Bildungsqualität verbessern lassen, insbesondere für die jüngsten Einwohner. Alle Einrichtungen – nicht nur die von der Stadt betriebenen – nehmen an einem gesamtstädtischen Austausch zu dem Thema teil. Ein strategisches Ziel der Stadt Nürnberg ist es zudem, Eltern als Bildungs- und Erziehungspartner für die Einrichtungen, die mit Kindern arbeiten, zu gewinnen.

Gleiche Ausgangsbedingungen schaffen

Zahlreiche Maßnahmen werden bereits durchgeführt, um die gleichen Ausgangsbedingungen zu schaffen und den chancengleichen Zugang zur frühkindlichen Bildung für alle Kinder unabhängig vom kulturellen Hintergrund zu gewährleisten. Eltern von sowohl in Deutschland als auch im Ausland geborenen Kindern wird eine systematisch konzipierte Reihe von Seminaren und Elterntrainingskursen angeboten. Das Training umfasst Informationen über Programme mit dem Ziel, Kindern zu helfen, ihre Lernkompetenzen zu verbessern, sowie praktische Ratschläge für Eltern, um ihnen zu ermöglichen, die Fortschritte des Kindes innerhalb der Familie zu unterstützen. In manchen Kursen wird konkret auf Themen eingegangen, die Migranten betreffen, und viele werden in unterschiedlichen Sprachen angeboten. Die Stadtverwaltung hat auch verschiedene Informationsmittel für Eltern entwickelt, von denen manche in 16 unterschiedlichen Sprachen veröffentlicht werden.

Ein guter Start in der Schule ist auch ein wichtiges Ziel des „Bayerischen Bildungs- und Erziehungsplans“ (BEP), des Bildungsplans für den Freistaat Bayern aus dem Jahr 2005. Forschungen haben gezeigt, dass Spracherwerb und Sprachkompetenz eine entscheidende Determinante für den Schulerfolg sind. Als frühzeitige Interventionen wurden Sprachprogramme bereits in den Kindergärten eingerichtet, damit alle Kinder, die in das öffentliche Bildungssystem eintreten, gleiche Ausgangsbedingungen haben. Um Kinder, die Sprachunterstützung benötigen, frühzeitig zu erkennen, werden Kinder 18 Monate, bevor sie eingeschult werden, Sprachtests unterzogen. Kinder, die mehr Sprachunterstützung brauchen, können bis zu 240 Deutschstunden erhalten, um dazu beizutragen, sie auf die Schule vorzubereiten. Grundschulen bieten ebenfalls Sprachförderkurse für die jüngsten Schülerinnen und Schüler, und ab der dritten Klasse, wenn Kinder laut dem Lehrplan auf zukünftige Prüfungen vorbereitet werden, ist individueller Deutschunterricht für diejenigen erhältlich, die seiner bedürfen.

Das pädagogische Personal benötigt ebenfalls Unterstützung. Seit Dezember 2008 hatten Kindertageseinrichtungen in Nürnberg Zugang zu einem vom Bayerischen Staatsministerium für Arbeit, Sozialordnung, Familie und Frauen eingerichteten Sprachberatungsprogramm. Sprachberater unterstützen und beraten pädagogische Teams zu der Frage, wie sie ihren Sprachunterricht für die jüngsten Kinder in der Stadt verbessern können.

Erfolg

Unter dem wachsamen Auge der Monitoring-Systeme der Stadtverwaltung und mit Unterstützung ihrer Rückmeldungsschleifen helfen zunehmend genaue Daten der Verwaltung und dem pädagogischen Personal, die städtischen Bildungsprogramme auf den Bedarf der Kinder in Nürnberg zuzuschneiden – und zwar nicht nur auf den Bedarf der jüngsten Kinder und der Kinder von Migranten, sondern aller Kinder, die Bildungseinrichtungen in Nürnberg besuchen.

Damit das auch bei Ihnen funktioniert:

  • Erforschen Sie die zugrunde liegenden Faktoren, welche die uneingeschränkte Beteiligung bestimmter Migrantengruppen an öffentlichen Programmen und Institutionen verhindern, und versuchen Sie, frühzeitig zu intervenieren, um Exklusion zu beseitigen.
  • Initiieren Sie für die Festlegung von Bildungszielen und Leitlinien Partnerschaften zwischen Politikern, Lehrern und Eltern, um zu gewährleisten, dass für Kinder und Familien auf ihrem Weg durch das Bildungssystem ein breites Unterstützungsangebot bereitsteht.
  • Führen Sie öffentliche Informationsveranstaltungen durch und stellen Sie Materialien bereit, um Eltern zu helfen, den Schulerfolg ihrer Kinder zu unterstützen. Bieten Sie Informationen in zahlreichen Sprachen an.

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Kontakt:

Elisabeth Ries , Bildung, Lernen vor Ort
Rathausplatz 2
Nürnberg,
90403
0911/231-7503
elisabeth.ries@stadt.nuernberg.de
http://www.lernenvorort.nuernberg.de/

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