Verbinden

Auckland , Neuseeland

Der Pedibus oder Schulbus zu Fuß

Auckland Transport

March 24, 2011

Eltern von Schulkindern fördern die Gesundheit und die Sicherheit. Gleichzeitig intensivieren sie die Beziehungen innerhalb der Gemeinschaft - Schritt für Schritt.

Bis letztes Jahr fuhr Rahuls Vater den Jungen jeden Morgen auf dem Weg zur Arbeit an der Schule vorbei. Rahuls Familie war erst kurze Zeit zuvor aus Bangalore in Indien zugewandert, und seine Eltern behagte die Vorstellung nicht, dass er zu Fuß zur Schule ging. Sie hatten auch noch keine Gelegenheit gehabt, ihre Nachbarn oder andere Klassenkameraden von Rahul kennen zu lernen.

„Jetzt macht der Schulweg viel mehr Spaß!” begeistert sich Rahul. „Mama ist bei mir, ich bin an der frischen Luft, und ich treffe zwei meiner besten Freunde noch vor dem Unterricht.”

Die Veränderung ist das Ergebnis des Pedibus-Programms. Ein Pedibus ist eine Gruppe von Kindern, die den Weg von Zuhause zur Schule und von der Schule nach Hause unter Aufsicht von Erwachsenen aus dem gleichen Viertel zu Fuß zurücklegen. Wie ein richtiger Bus „fährt” er zu einer festgelegten Zeit los und die Kinder kommen auf die Straße, um sich ihm an Haltestellen in der Nähe ihrer Wohnung anzuschließen.

Der Pedibus wird von erwachsenen Freiwilligen (gewöhnlich Eltern) organisiert, die als „Fahrer” und „Koordinatoren” fungieren. Für Rahuls Mutter Renu bot das Programm auch die Gelegenheit, sich am örtlichen Schulleben zu beteiligen und andere Eltern zu treffen. „Es war eine nette Art und Weise, damit zu beginnen, unsere neue Gemeinschaft kennen zu lernen”, erläuterte sie. „Jetzt sehe ich andere Eltern und kann mich mit ihnen ein bisschen unterhalten sowie die kleinen Dinge herausfinden, die Rahul helfen können, sich besser an sein neues schulisches Umfeld anzupassen.”
Der Pedibus wurde erstmals im Jahr 1999 eingerichtet. Mittlerweile gibt es in Stadtvierteln im gesamten Großraum Auckland mehr als 235 Pedibusrouten. Alle Routen werden von der jeweiligen Schule koordiniert, und mehr als 1.800 Freiwillige unterstützen das Programm im Stadtgebiet. Mehr als 4.200 Schülerbenutzen jeden Tag einen Pedibus.

Der Pedibus nutzt den Schülern, den Eltern, der Schule und der örtlichen Gemeinschaft. Den täglichen Schulweg zu Fuß zurückzulegen, bedeutet für die Kinder eine Chance, sicheres Verhalten im Straßenverkehr zu erlernen, und macht sie selbstbewusster und unabhängiger. Eltern und Betreuungspersonen begegnen einander und können miteinander reden, was die Gemeinschaft und das Gefühl des Eingebundenseins stärkt. Die Zunahme der Zahl der Schüler, die den Schulweg zu Fuß zurücklegen, hat zudem zu einer Abnahme der Verkehrsdichte und der Luftverschmutzung auf den Schulwegen geführt. Es ist daher nicht weiter verwunderlich, dass sich auch die örtliche Nahverkehrsbehörde der Initiative mit Begeisterung angeschlossen hat.

Von der Universität Auckland durchgeführte Untersuchungen haben bestätigt, was Teilnehmer am Pedibus-Programm wie Renu und Rahul selbst erfahren haben: dass insbesondere für neu eingetroffene Einwanderer diese Initiative die Gemeinschaft enger zusammenschweißt, Möglichkeiten für Kontakte zu anderen Eltern eröffnet und eine Beziehung zur Schule entstehen lässt. Die Untersuchungen zeigten auch, dass das Vorhandensein dieser Beziehung zwischen Zuhause, Gemeinschaft und Schule zu besseren Resultaten für die Kinder führt: Sie erbringen in der Regel bessere schulische Leistungen und brechen seltener die formelle Schulausbildung ab.

An dem Erfolg des Pedibus wollten auch andere Städte und Verwaltungseinheiten teilhaben, beispielsweise:
• die Stadt Waterloo in Kanada, wo er von einer örtlichen Schulbehörde genutzt wurde, um älteren Schülern Führungskompetenz zu vermitteln;
• der australische Bundesstaat Victoria, wo die Gesundheitsbehörde VicHealth ein Pedibus-Programm in vier Gebieten als Gesundheitsförderungsinitiative erprobte und es anschließend auf 58 Gebiete ausweitete;
• die Stadt Seattle an der amerikanischen Westküste, wo dem Harborview Medical Center durch die Auszeichnung mit dem Foster McGaw Prize 2007 nationale Anerkennung zuteil wurde. Grundlage hierfür waren seine Aktivitäten zugunsten ethnischer Gemeinschaften einschließlich seiner Nutzung eines Pedibus-Programms zur Förderung der Sicherheit von Kindern in innerstädtischen Wohngebieten.

Darüber hinaus ergab eine Evaluierung des Programms im Rahmen kürzlich durchgeführter pädiatrischer Gesundheitsforschung, dass es sich dabei um eine wirksame Strategie zur Bekämpfung von Adipositas bei Kindern in städtischen Wohngebieten mit niedrigem Einkommen handelt.

Damit das auch bei Ihnen funktioniert:

• Der Erfolg des Pedibus-Programms beruht darauf, dass es eine Alltagsaktivität mit dem übergeordneten Ziel besserer Gemeinschaftsgesundheit und -sicherheit sowie Engagement von Neuankömmlingen und Alteingesessenen für die Gemeinschaft kombiniert. • Schulen sind Dreh- und Angelpunkte von Gemeinschaftsaktivitäten. Überlegen Sie sich, wie Sie Neuankömmlinge in Ihrer Gemeinschaft dazu bringen können, freiwillig Zeit zu opfern und sich für die Schule zu engagieren. Es hilft beiden Elternteilen, und die Kinder fühlen sich heimischer. • Überlegen Sie, welche anderen Möglichkeiten es geben könnte, die Auswirkungen von Gemeinschaftsinitiativen zu evaluieren. Der Pedibus erzeugt eine Verbindung zwischen dem Heim und der Schule und dient der sozialen Integration, der Gesundheit und Sicherheit der Gemeinschaft, dem Umweltschutz sowie der Verkehrsreduzierung!

Newsletter


Kontakt:

Elena Smith, Walking School Bus Coordinator Auckland Transport
Private Bag 92250,
Auckland, New Zealand,
1142
T: (09) 379 4422 ext. 9142
E: elena.smith@arta.co.nz
http://www.landtransport.govt.nz/travel/school/walking-school-buses/



Aktuelle Gute Ideen

Saint Paul, Vereinigte Staaten
Wirtschaftliche Wiederbelebung von Stadtvierteln
Neighbourhood Development Center  

Paris, Frankreich
Die Chancenlücke für Jugendliche mit Migrationshintergrund schließen
Mozaïk RH   

Stockholm, Schweden
Förderung des Unternehmertums von Zuwanderern in Schweden
IFS  

Wheaton, Vereinigte Staaten
Vorbereitung auf den Erwerb der Staatsangehörigkeit
Montgomery College, Citizenship Preparation Program  

Köln, Deutschland
Förderung der Jugendbeschäftigung als Mittel zur Verwirklichung von Vielfaltszielen
Stadt Köln  

View all

Maytree