Verbinden

Wellington , Neuseeland

Zusammenarbeit zwischen der neuseeländischen Polizei und Migrantengemeinschaften

New Zealand Police

November 30, 2011

Handbuch für religiöse Vielfalt hilft der Polizei, die Beziehungen zu Minderheitengruppen zu verbessern

Dürfen Sikhs rechtmäßig zeremonielle Dolche tragen? Wie tröstet man eine Muslimin? An welchen Tagen würden Hindus nicht vor Gericht erscheinen?

In den letzten Jahren hat die neuseeländische Polizei nachdrückliche Anstrengungen unternommen, den zunehmend komplexen Gemeinschaften, aus denen sich die Bevölkerung von Neuseeland zusammensetzt, ein Gefühl von Inklusion und Partizipation zu vermitteln.

„Es geht in erster Linie um Vertrauen und Verlässlichkeit“ erläuterte Kefeng Chu, strategischer Berater für Beziehungen zu ethnischen Gruppen am nationalen Polizeihauptsitz. „Die Polizei muss die unterschiedlichen Religionen verstehen und wissen, welchen Einfluss sie auf die täglichen Kontakte haben können. Wir möchten, dass die Menschen denken: ‚Die hiesige Polizei versteht meine Kultur und meine Religion‘.“

Das Handbuch A Practical Reference to Religious Diversity („Praxisorientiertes Kompendium zu religiöser Vielfalt“) enthält prompte und zuverlässige Antworten auf Hunderte von Fragen über religiöse Regeln. Im März 2009 wurde die zweite Ausgabe des Handbuchs im Rahmen der Feierlichkeiten zum Tag der Rassenbeziehungen vom Leiter der neuseeländischen Polizei, Commissioner Howard Broad, und dem Beauftragten für Rassenbeziehungen, Joris de Bres, vorgestellt.

Das Handbuch wurde gegenüber der Erstausgabe von 2005 aktualisiert. Es enthält Kurzbeschreibungen von sieben Religionen (Maori-Religion, Buddhismus, Christentum, Hinduismus, Islam, Judentum und Sikhismus) und für die Polizeiarbeit unmittelbar wichtige Informationen, beispielsweise zu Tod, Blutproben, Einstellungen gegenüber Polizeihunden und sensiblen Angelegenheiten. In der Ausgabe von 2009 ist ferner eine Neuseeländische Erklärung zu religiöser Vielfalt abgedruckt, die von der Menschenrechtskommission des Landes ausgearbeitet wurde.

Wie ein Handbuch helfen kann

Kefeng zufolge kann das Bewusstsein für diese Thematik Ermittlungen erleichtern.

Beispielsweise sollten Polizisten wissen, dass eine muslimische Familie erwartet, verstorbene Angehörige so rasch wie möglich nach dem Todeszeitpunkt beerdigen zu können, vorzugsweise innerhalb von 24 Stunden.

„Die Polizei kann dem möglicherweise nicht zustimmen, aber Verständnis für die religiösen Bedürfnisse zu zeigen und verhandlungsbereit zu sein, schafft ein Gefühl von Vertrauen, das für alle Beteiligten hilfreich ist.“

Das Handbuch habe beispielsweise einem Polizeibeamten geholfen, der von einem Bürger gefragt wurde, ob Sikhs in der Öffentlichkeit einen zeremoniellen Dolch (Kirpan) zu tragen.

„Die Antwort lautet ‚ja‘; natürlich ist es rechtmäßig. Die Polizei braucht nur einzuschreiten, wenn er als Waffe eingesetzt wird, und ich kenne aus der ganzen Welt keinen Fall, bei dem das geschehen wäre“, erläuterte Kefeng.

Das Kompendium wurde auch in der Polizistenausbildung verwendet, und der Beauftragte für Rassenbeziehungen, Joris de Bres, berichtete bei der Vorstellung der Ausgabe von 2009, dass neuseeländische Teilnehmer am Asiatisch-Pazifischen Interreligiösen Dialog in Kambodscha 2008 es ausdrücklich gelobt und empfohlen hätten, eine ähnliche Broschüre auch für andere öffentliche Stellen auszuarbeiten.

„Auch wenn wir in einem säkularen Staat leben, sollten Beamte sich mit den religiösen Überzeugungen der Gemeinschaften auskennen, mit denen sie zu tun haben. Gute Arbeit im öffentlichen Dienst setzt voraus, die Bürger zu verstehen und ihr Vertrauen zu gewinnen“, sagte er.

Auf Erfolge aufbauen

Die neuseeländische Polizei kann darüber hinaus eine Reihe ergänzender Initiativen vorweisen. Beispielsweise ist die Website der neuseeländischen Polizei außer in englischer Sprache in elf weiteren Sprachen und Schriften verfügbar und enthält einen speziellen Abschnitt zu ethnischen Gemeinschaften mit Erläuterungen zur Kommunikation mit der Polizei, Persönlichkeitsrechten, Sicherheit und Verbrechensverhütung. Für Telefonkontakte nutzt die Polizei einen von der Regierung bereitgestellten Dolmetschdienst namens Language Line, der Dolmetschen für Sprecher von 39 unterschiedlichen Sprachen anbietet. Im Großraum Auckland sowie in Hamilton, Wellington, Palmerston North, Nelson, Napier und Christchurch sind darüber hinaus Verbindungsbeamte im Einsatz. Ferner wurde eine Reihe von Broschüren ausgearbeitet, um die Kontakte zu den wachsenden Migranten- und ethnischen Gemeinschaften zu verbessern. Dazu zählen auch die folgenden:

  • die Strategiebroschüre Working together with Ethnic CommunitiesPolice Ethnic Strategy towards 2010 (2004),
  • eine mehrsprachige Sammlung von Redewendungen,
  • ein Ratgeber zum neuseeländischen Grundrechtegesetz (Bill of Rights),
  • Übersetzungen der Belehrung über das Aussageverweigerungsrecht,
  • Strategien für den Umgang mit Maori und Pazifikinsulanern.

Die Polizei ist auch Schirmherr des jedes Jahr ausgetragenen Wettbewerbs für den besten Vortrag zum Thema Eintracht zwischen den Rassen für Sekundarstufenschüler (gemeinsam mit der Menschenrechtskommission und der Baha’i-Gemeinschaft) und von Fußballturnieren für Mannschaften aus Mitgliedern ethnischer Gruppen, dem New Zealand Communities Football Cup. Sie hat am nationalen Hauptsitz der Polizei in Wellington ein Netzwerk für Chancengleichheit und Vielfalt bei der Polizei eingerichtet und im letzten Jahr die Uniformvorschriften geändert, um Sikhs im Dienst der Polizei das Tragen der traditionellen Kopfbedeckung zu ermöglichen.

In dieser Sammlung von Strategien und Instrumenten kommt das anhaltende Streben der Polizei zum Ausdruck, allen Bürgern im Land gut dienen zu wollen, und die Rückmeldungen aus der Bevölkerung sind sehr positiv.

Quelle: The New Zealand Police Online Magazine

Damit das auch bei Ihnen funktioniert:

  • Kommunikation ist der Schlüssel zu sowohl Verbrechensverhütung als auch Verbrechensaufklärung: Entwickeln Sie eine Reihe von Kommunikationsoptionen einschließlich mündlicher und schriftlicher Übersetzungen, die in verschiedener Form verfügbar sind, darunter online und als Ressourcen, die zuverlässige Informationen über geeignete Vorgehensweisen sowohl für die Bevölkerung als auch für Polizeibeamte bieten.
  • Verbessern Sie die Wahrnehmung der Polizei bei Gemeinschaften: Fördern Sie Veranstaltungen, die zu positiven Rassenbeziehungen zwischen Bevölkerungsgruppen beitragen.
  • Strategien können nur erfolgreich sein, wenn sie mit praxisorientierten Instrumenten und Personal unterfüttert werden. Nehmen Sie Mitglieder unterschiedlicher Gemeinschaften in den Polizeidienst auf.
  • Gemeinschaften entwickeln und verändern sich. Erfolgreiche Polizeiarbeit muss dies auch tun. Um Migranten- und ethnische Gemeinschaften wirklich kennen zu lernen, Vertrauen aufzubauen, sie zu verstehen, zu achten und positiv mit ihnen zusammenzuarbeiten, können neue Denkweisen und Einstellungen erforderlich sein. Evaluieren und aktualisieren Sie Ihre Ressourcen und Ihre Praxis regelmäßig.

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Kontakt:

Rakesh Naidoo, Police National Headquarters, , New Zealand Police
180 Molesworth Street
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Wellington, New Zealand,
SX11149
rakesh.naidoo@police.govt.nz
http://www.police.govt.nz

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